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Der erste und bisher einzige Horrorfilm, den ich bis jetzt gesehen habe, heißt „Mama“. Er ist unterhaltsam und ich mag auch die Schauspieler gern, aber was mich vor allem gereizt hat, war die Story. Zwei Kinder wachsen allein im Wald auf und hatten jahrelang keinen menschlichen Kontakt mehr, bevor sie von ihrem Onkel gefunden und zurück in die Zivilisation gebracht werden. Da es in „Mama“ dann aber eher darum geht, dass die Kinder von einem Geist heimgesucht werden, war ich etwas enttäuscht. Mich hätte eher interessiert, wie es um die Psyche der Kinder steht, wie der Prozess der Resozialisierung ausgesehen hätte und was sie alles durchmachen mussten.

Nun wurde mir ein Buch empfohlen – Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch -, das zufälligerweise genau diese Thematik aufgreift, die ich unglaublich interessant finde.
Carey und ihre kleine Schwester Nessa, die seit Jahren kaum spricht, leben allein in einem Trailer im Wald. Alle paar Monate kommt ihre Mutter mit Vorräten vorbei und geht dann wieder, um Geld für sie zu verdienen. Es ist zwar hart, allein im Wald zu überleben, aber die Mädchen kommen schon zurecht. Als eines Tages ein Mann, der sich als Careys Vater bezeichnet, und eine Sozialarbeiterin vor ihnen stehen und sie mit in die Stadt nehmen, ist Carey entsetzt. Sie ist überzeugt, dass ihr Vater früher ihre Mutter und sie geschlagen hat und sie deswegen in den Wald fliehen mussten.

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Nessa und Carey wohnen ab jetzt bei der Familie von Careys Vater. Voller Staunen gewöhnen sie sich langsam an ihre neue Welt, mit allem was dazu gehört – warmes Essen, fließendes Wasser, fernsehen, Schulpflicht. Doch während Nessa sich sehr wohl fühlt, hat Carey Sehnsucht nach dem Wald. Außerdem plagen sie schreckliche Schuldgefühle, denn sie weiß, warum Nessa seit Jahren kein Wort gesagt hat…

Die Autorin Emily Murdoch beschreibt in wunderschönen Sätzen, wie Carey ihr Umfeld wahrnimmt und wie in unglaublich kurzer Zeit ihre ganze Welt einstürzt. Sie erlebt, wie ihr das vertraute Zuhause entrissen wird, muss sich mit einer gemeinen Stiefschwester auseinander setzen, wird jeden Tag mit den Wundern der Welt außerhalb des Walds konfrontiert und erlebt sogar zaghaft die erste Liebe. Gleichzeitig lässt sie die Vergangenheit nicht los. Aufgrund eines schrecklichen Geheimnisses, das sie und Nessa hüten und wegen dem Nessa nicht mehr spricht, steht Sarah schreckliche Ängste aus, ihre neue Familie wieder verlassen zu müssen. Nach und nach kommt ihr auch eine schreckliche Erkenntnis – dass vielleicht nicht ihr Vater, sondern ihre Mutter die ganze Zeit für alles Schlechte in ihrem Leben verantwortlich ist…

Emily Murdoch hat mich mit einem unglaublich schönen Schreibstil, tollen Charakteren und einer absolut packenden Story in ihren Bann gezogen. Deshalb kann ich euch das Buch absolut empfehlen!

PS.: Danke M, dass du wiederum mir das Buch empfohlen hast! 🙂

PPS.: Auf die Bilder habe ich nicht wahllos eine Topfpflanze und eine Ballerina drauf gepackt – das Grün steht für den Wald und die Puppe für die verlorene Kindheit der Mädchen. Ach du meine Güte, ich weiß. Aber auch wenn man das ohne diese Erläuterung vermutlich nicht erkannt hätte, hoffe ich, sie gefallen euch trotzdem.

 

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