Kategorie: books

Books to read on the Beach #2

IMG_8580Am Strand lese ich, wie die Meisten auch, leichte Lektüre, die von der Liebe oder Familien handelt. Da ich aber auch eine große Thriller-Liebhaberin bin, mussten auch spannende Bücher mit in den Koffer.

„You. Du wirst mich liebenvon Caroline Kepnes – 3,5 von 5 Sternen

“Es wird dir so leid tun, wenn du erkennst, was ich wegen dir tun musste… Doch keine Sorge: Ich bereue nichts.” Diese 2 Sätze stehen hinten auf dem Buchrücken und zusammen mit der tollen Covergestaltung war ich gleich ganz begeistert.

Als ich dann den Klappentext in der Buchhandlung las, hat er mich umgehauen. Stalking ist schon immer ein faszinierendes Thema und ich hatte mich auf einen super spannenden Thriller gefreut. Allerdings wurde ich erst mal ziemlich enttäuscht. Der Inhalt handelt von Joe, einem Buchhändler, der sich auf den ersten Blick in die Studentin Beck verliebt und recht schnell eine Obsession entwickelt. Der Leser nimmt aus Joe’s Perspektive am Geschehen teil. Allerdings mochte ich keine einzige der Figuren. Mir waren alle viel zu abgedreht, unecht, irgendwie hölzern. Statt eines hochspannenden Thrillers las ich 200 Seiten über den relativ langweiligen Alltag eines Stalkers. Zur ersten Hälfte habe ich mir folgende Notizen gemacht:IMG_8575„Selbst wenn ich der Autorin die Personen abkaufen würde, würde ich sie auf keinen Fall mögen.“

„Es wird zu viel über Twitter, Sex und Stephen Kind geredet. Entschieden zu viel.“

„Wie kann ein Stalker so krank und gleichzeitig so langweilig sein?“

Mein Eindruck war also ziemlich negativ. Irgendwann nach der Hälfte machte es allerdings Klick und ich konnte das Buch plötzlich nicht mehr aus der Hand legen! Erste Morde trugen dazu bei, aber vor allem die Tatsache, dass ich als Leserin zum Teil Joe’s kranke Ansichten übernahm und manchmal bei Opfern insgeheim dachte, sie sollen sich nicht so anstellen. Plötzlich empfand ich diesen Thriller als eine Art Geniestreich, denn so perfide habe ich selten erlebt, dass eine Spannung aufgebaut wurde. Ich kann eigentlich nur noch dazu sagen: Es ist eine kranke Welt, aber wenn du dich darauf einlässt, reißt sie dich mit und lässt dich auch erst mal nicht mehr los.

Books to read on the Beach #1

Zeit am Strand. Stunden der Sonne, in denen ich ausgiebig Zeit zum Lesen habe, während mein Freund auf seiner Luftmatratze dem Horizont entgegen treibt. Und dann auch Familienzeit am See. Jede Familie hat ihre eigenen Angewohnheiten und Traditionen. Die der meinen ist es, sich ab und an abends zu einer Leserunde auf der Couch zu treffen. Und im Urlaub versinken wir dann einträchtig zufrieden in unseren Lektüren und reden beim Essen darüber. Das klingt jetzt total nerdig, aber es macht einfach glücklich. Von meiner Urlaubslektüre möchte ich euch drei Bücher besonders ans Herz legen. Dies ist der erste Teil.

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“Vielleicht mag ich dich morgen” von Mhairi McFarlane – 4,5 von 5 Sternen

Ein früher gemobbtes Mädchen ist als Erwachsene äußerst gut aussehend, erfolgreich – und trifft ihren früheren Peiniger wieder. Der Allerweltstitel „Vielleicht mag ich dich morgen“ und dieser Rahmen der Geschichte lässt folgenden Klischee-Plot erahnen: Er erkennt, was für ein Monster er war, die Beiden verlieben sich und gut ist. Nur wegen einer guten Rezension (okay, und es stand auf der Spiegelbestsellerliste) habe ich es gekauft und tatsächlich konnte es mich total überraschen! McFarlane wartet mit vielen unvorhersehbaren Ecken und Kanten und zwei wirklich tollen Charakteren auf – Anna, der weiblichen Hauptperson und James, dem früheren Mobber -, die mich wirklich zum Lachen gebracht und deren Einsamkeit und Ratlosigkeit mich tief berührt hat. Ich mag es außerdem, wenn Literatur dieses Genres sehr aktuell ist, und deshalb fand ich es besonders cool, dass ich mich gut den Angewohnheiten und dem Humor der Personen wieder finden konnte. Denn sie kommunizieren ebenfalls über ihre iPhones, kaufen Kleider bei Phase Eight oder bestellen Teppiche bei Westwing.

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Hier ein paar Ausschnitte aus meinem Reisetagebuch mit Gedanken über das Buch:
„James ist also Strickjackenfanatiker. Umso besser. Ich liebe Strickjacken an Jungs!“
„Es ist immer wieder schlimm, daran erinnert zu werden, was Mobbing für Ausmaße haben kann – und gleichzeitig ist es auch wichtig. Mhairi McFarlane schafft es sehr gut, beide Aspekte zu beleuchten und trotz der Traurig- und Ernsthaftigkeit dieses Themas die Hoffnung und den Humor nicht zu verlieren.“
„Anna ist so wunderbar liebenswert! Vor allem ihr Humor. Kann ich bitte jemals so schlagfertig werden wie sie?“
„Die Autorin zeigt wunderbar, dass wir im Leben auch zum 2. Mal die falsche Entscheidung wählen und immer einige Anläufe brauchen werden, um aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Und das gefällt mir.“

Ich kann euch “Vielleicht mag ich dich morgen” also wirklich ans Herz legen. Fröhliches Lesen und genießt das sonnige Wochenende!

Books I read in April and May

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In den letzten Wochen habe ich wieder fleissig gelesen – hier seht ihr alle Neuzugänge und meine Erwartungen an sie – und natürlich möchte ich euch meine Meinungen zu den Büchern nicht vorenthalten. Unter der Kategorie Favoriten findet ihr meine beiden besten Buch-Tipps des Frühjahrs, die ich euch absolut ans Herz legen kann!

Die Enttäuschungen. “9 Tage und ein Jahr” / “Das Seelenhaus” / “Der Medicus”

Stell dir vor, du bist 9 Tage verheiratet – und dann stirbt dein Mann. Genau das geschieht in “9 Tage und ein Jahr” von Taylor Jenkins Reid, und der Leser begleitet die Protagonistin durch ihre Verarbeitung der Trauer. Natürlich – ziemlich vorhersehbar eigentlich – wird in regelmäßigen Rückblenden erzählt, wie sich die Liebenden kennen gelernt haben und was alles bis zu dem tragischen Unfall geschah. Eigentlich ist es eine traurige, tragische, aber auch schöne Geschichte. Was mich allerdings sehr gestört hat: die Personen waren einfach nicht echt. Bei wirklich guten Romanen fühlen sich meiner Meinung nach Romanfiguren wie wirkliche Menschen an, und nicht wie konstruierte Figuren. Und da ich Charaktere so wichtig finde, könnte so ein Buch niemals ein Lieblingsbuch für mich werden.

Das Seelenhaus” dreht sich eigentlich um eine ziemlich interessante Sachlage: Es basiert auf den wahren Fakten der letzten offiziellen Hinrichtung in Island im Jahre 1830. Anscheinend kennt in Island jedes Kind die traurige Geschichte der hingerichteten Magd Agnes Magnúsdóttir, sodass auch die Autorin Hannah Kent während eines Schüleraustauschs von dieser traurigen Geschichte erfuhr. Sie war so fasziniert, dass sie ein Buch über die letzten Monate von Agnes’ Leben schrieb. Es hat mir gut gefallen, dass sich der Roman an vielen wahren Begebenheiten orientiert. Allerdings war die Geschichte (verständlicherweise!) sehr düster und hat mir mehr aufs Gemüt geschlagen, als mich zu unterhalten. Das schlimmste war, dass ich die ganze Zeit in irgendeiner Form auf ein Happy End gewartet habe – das natürlich nie kam.

Als ich im Dezember 2013 mit meiner Familie im Kino war und “Der Medicus” auf der großen Leinwand sah, waren wir schlichtweg begeistert. Fantastische Bilder von den Klippen Englands, der Wüste Persiens oder der prächtigen Stadt Isfahan untermalten die Geschichte eines Jungen, der allen Widrigkeiten zum Trotz die jahrelange Reise nach Persien auf sich nimmt, um Arzt zu werden. Nach diesem eindrucksvollen Film, der heute einer meiner Lieblingsfilme ist, wollte ich auch unbedingt das Buch dazu lesen, das bereits 1986 erschien. Dennoch war ich von Noah Gordens Werk ziemlich enttäuscht. Mir haben einfach die wahnsinnigen Emotionen gefehlt, die der Film in mir hervor gerufen hat. Außerdem wurden die Handlung und auch die Personen für den Film ziemlich verändert – und dort haben sie mir um einiges besser gefallen. Fazit: Schaut unbedingt den Film! Ziemlich erheiternd fand ich allerdings, das ich nach der Lektüre wenigstens weiß, warum eine Nebenrolle mit Elyas M’Barek besetzt wurde – im Buch wurde diese Rolle nämlich als schönster Mann auf Erden beschrieben;)

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Die unterhaltsame Lektüre. “Der Hof” / “Die geheimen Memoiren der Jane Austen” / “Das Krähenmädchen” / “Tödliche Wut”

Endlich habe ich diesen Thriller nach langem Suchen in die Finger bekommen. Wie gewohnt bei Simon Beckett liest sich “Der Hof” sehr flüssig und schnell. Zur Handlung: Ein dubioser Mann auf der Flucht ist durch einen Unfall gezwungen, einige Wochen auf einem Hof zu bleiben, dessen Bewohner sich sehr eigenartig verhalten .. Was Simon Beckett besonders gut kann: eine konstante Spannung aufrecht zu erhalten und dann mit einem aufwühlenden Ende auftrumpfen. Ich freue mich schon auf weitere Thriller von ihm!

Jane Austen und ihre Werke sind Themen, die mich schon interessieren, seit ich denken kann. Als ich “Die geheimen Memoiren der Jane Austen” in den Händen hielt, das im Vorwort verspricht, aus Tagebucheinträgen und Briefen von Jane entstanden zu sein, war ich mehr als gespannt auf den Inhalt. Die Autorin Syrie James spricht im Vorwort von einem sensationellen Fund, der endlich klärt, was in Janes mittleren Jahren geschah. Erst im Nachwort fand ich heraus: alles ausgedacht! Das fand ich mehr als gemein dem Leser gegenüber und hätte lieber von vorne herein reinen Wein eingeschenkt bekommen. Die Story an sich war gut zu lesen und unterhaltsam, aber nicht das Meisterwerk, das man aus Janes Leben hätte machen können.

Das nächste Buch war der erste Band einer Bestseller-Trilogie von Erik Axl Sund (das Pseudonym von zwei besten Freunden, die zusammen schreiben) und sehr spannend.”Das Krähenmädchen” handelt von dem schwer zu ertragenden Thema Kindesmissbrauch und geht deswegen sehr unter die Haut. Es endet allerdings mit einem ganz miesen Cliffhanger und zwingt mich quasi dazu, die nächsten Bände zu lesen!

In “Tödliche Wut” von Linda Castillo geht es um eine Reihe ungewöhnlicher Morde: Die Ermordeten sind in allen Fällen rebellische und vor allem amische Teenager. In diesem Thriller fand ich besonders gut, dass ich mehr über das Leben der Amischen gelernt habe, und daher werde ich wohl in Zukunft noch mehr Thriller von Linda Castillo lesen.

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Die Favoriten. “Weit weg und ganz nah” / “Die Mitternachtsrose”

Bei Jojo Moyes bin ich immer wieder überrascht, wie anders die Geschichten der Schriftstellerin sind, verglichen mit anderen Bestsellern. In “Weit weg und ganz nah” geht es um eine ungewöhnliche Familie, die mit großen finanziellen Problemen,  privaten Beziehungen und Mobbing zu kämpfen hat. Die Protagonistin ist eine Putzfrau – ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem die Protagonistin eine Putzfrau war. Ich habe mich sofort in sie verliebt. Sie ist eine Löwin, die unermüdlich und nach jedem Rückschlag weiter kämpft, um ihren Kindern das Bestmögliche zu bieten. Bei diesem Roman musste ich oft laut auflachen, da manche Situationen urkomisch wie auch absurd sind. Trotzdem ist da immer dieser tieftraurige Kern der Geschichte, der mich sehr berührt und außerdem vor Augen geführt hat, wie gut ich es eigentlich habe. Wenn ihr also lachen und weinen und euch in eine Kämpferin verlieben wollt, ist dieses Buch genau das Richtige für euch.

Ein altes Familiengeheimnis, das ganze Generationen überschattet und den Leser nach England sowie Indien in verschiedenen Epochen entführt – eigentlich sind die Romane von Lucinda Riley immer gleich aufgebaut und relativ vorhersehbar. “Die Mitternachtsrose” – und eigentlich alle Werke von der Autorin – sind jedoch einfach so gut und flüssig geschrieben, dass man sich total in dieser Welt verliert und gar nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Dieses Buch hat mir zusammen mit weit “Weit weg und ganz nah” diesen Monat wirklich das größte Lesevergnügen bereitet! Habt ihr gute Buch-Tipps aus der letzten Zeit? IMG_6428

P.S.: Einige tolle Exemplare befinden sich immer noch auf meinem ungelesenen Bücherstapel. Wenn etwas Tolles dabei war, seid ihr natürlich die Ersten, die davon erfahrt. Ich wünsche euch ein schönes, sonniges Wochenende!

New In: Books

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Bücher über Bücher! Unser Wohnzimmer sieht (zumindest in meinen Augen) gerade wunderschön aus, da in der letzten Woche einiges an Lesestoff dazu gekommen ist. Ich habe bei Rebuy bestellt und war in zwei verschiedenen Büchereien. Mein einziges Problem besteht jetzt, das alles innerhalb der nächsten 4 Wochen zu bewältigen.. vielleicht sollte ich mir eine Excel-Tabelle erstellen;) Da ich auch immer gern erfahre, was andere Menschen lesen, habe ich also hier einen Post voll mit Büchern für euch. Die Stapel zeigen alle Bücher, die Nahaufnahmen von einzelnen Covern Bücher, auf die ich mich besonders freue. Was lest ihr zurzeit?

"Krähenmädchen" von Erik Axl Sund / "Es ist nie zu spät für alles" von Kajsa Ingemarsson / "Traumsammler" von Khaled Hosseini / "Ich finde dich" von Harlan Coben
“Krähenmädchen” von Erik Axl Sund / “Es ist nie zu spät für alles” von Kajsa Ingemarsson / “Traumsammler” von Khaled Hosseini / “Ich finde dich” von Harlan Coben

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“Traumsammler” von Khaled Hosseini

Ein Bestseller, der mich persönlich gar nicht so sehr an gesprochen hat. Doch dann sah ich ihn plötzlich überall – in Zeitschriften, in Buchläden, in Zeitungen, im Internet. Dieses wunderschöne Cover hat mich so sehr verfolgt, dass ich jetzt mal vergesse, dass mir die Story auf den ersten Blick gar nicht so zusagt. Für ca. einen Euro war der gebrauchte Hard Cover Band aber auch wirklich ein Schnäppchen.

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“Ich finde dich” von Harlan Coben

Fantastische Kritiken und das stimmungsvolle Cover haben mir bereits jetzt unglaubliche Lust auf diese Geschichte gemacht. Und so sehr ich den Frühling liebe – für dieses Buch würde ich mich noch einmal gern mit einer Tasse Tee und einer warmen Decke in den stürmischen Herbst zurück versetzen.

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“Die geheimen Memoiren der Jane Austen” von Syrie James

Jane Austen ist einfach nur wunderbar. Jedesmal schmelze ich bei “Stolz und Vorurteil” mit Keira Knightley hinweg, und “Der Jane Austen Club”, in dem es um ihre bedeutensten Werke geht, hat mich einst so begeistert, dass ich vor Jahren deshalb mit einer Freundin einen Buchclub gründete. Auch andere verfilmte Werke sehe ich mir immer wieder gern an. Ich hoffe, durch diese Lektüre noch einmal in Jane Austens Welt eintauchen zu können, und etwas mehr über ihr Privatleben herausfinden zu können.

"Der Hof" von Simon Beckett / "Tödliche Wut" von Linda Castillo / "Die Mitternachtsrose" von Lucinda Riley / "Schattenschrei" von Erik Axl Sund / "Schneewitchen muss sterben" von Nele Neuhaus
“Der Hof” von Simon Beckett / “Tödliche Wut” von Linda Castillo / “Die Mitternachtsrose” von Lucinda Riley / “Schattenschrei” von Erik Axl Sund / “Schneewitchen muss sterben” von Nele Neuhaus

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“Der Hof” von Simon Beckett

Endlich! Seit dem Erscheinungsdatum – also dem 1. Februar 2014 – habe ich versucht, mir dieses Buch auszuleihen, gebraucht zu kaufen oder es anderweitig lesen zu können. Doch immer war es ausgeliehen oder mir Geizkragen zu teuer. Die Idee: einfach in eine andere Bücherei fahren! Und siehe da, “Der Hof” stand ganz unschuldig im Regal. Was habe ich für Freudensprünge gemacht (meine Mutter kann das bestätigen)!

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“Die Mitternachtsrose” von Lucinda Riley

Lucinda Riley hat mich schon oft mit ihren historischen Romanen, die sich alle um ein Familiengeheimnis drehen, sehr gut unterhalten. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, bin ich bei Büchern ein “Wiederholungstäter” und greife viel öfter nach Werken, deren Autoren ich kenne. Auch jetzt vertraue ich Riley voll und ganz, dass dieses Buch zurecht ein Bestseller ist.

"Weit weg und ganz nah" von Jojo Moyes / "Das Seelenhaus" von Hannah Kent / "Neun Tage und ein Jahr" von Taylor Jenkins Reid
“Weit weg und ganz nah” von Jojo Moyes / “Das Seelenhaus” von Hannah Kent / “Neun Tage und ein Jahr” von Taylor Jenkins Reid

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“Weit weg und ganz nah” von Jojo Moyes

“Ein ganzes halbes Jahr” von Jojo Moyes hat mich zu Tränen gerührt. Wie tausende andere Menschen auch war ich fasziniert von der Story und den Charakteren. “Eine handvoll Worte” fand ich dagegen nicht so gut. Trotzdem wollte ich dem dritten Buch eine Chance geben. Auch dieses fand ich in der “fremden” Bibliothek – eine wahre Goldgrube!

Ich hoffe, ihr könnt diesen sonnigen Mittwoch genießen – am Besten mit einem Buch in der Sonne <3

Current Reads

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We lose ourselves in books. We find ourselves there, too.

Dieses Zitat trifft meine momentane Situation ganz gut – da ich aufgrund der Semesterferien im Moment viel Freizeit habe, wickle ich mich fast jeden Tag in eine Decke, setze mich mit einem Tee auf die Dachterrasse und lese. Ich verschlinge zurzeit alles was viel versprechend klingt und bin nicht so wählerisch wie sonst (dass heißt, ich lese auch Bücher die nicht auf meiner Liste stehen!). Dafür werde ich mit Stunden voller Glück belohnt. Hier meine Meinung zu den letzten Büchern, die ich gelesen habe!

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“Gone Girl” von Gillian Flynn

Nachdem ich im November im gleichnamigen Film im Kino war, gingen mir folgende Gedanken durch den Kopf: 1) Rosamund Pike (“Amy Elliot/Dunne”) ist wunderschön. Egal ob sie lange Haare oder einen Bob trägt, sie hat diese kühle blonde Ausstrahlung, die ihr fabelhaft steht. 2) Ich liebe die Story, 3) aber ich hasse das Ende. Daher wollte ich unbgedingt noch mal das Buch lesen, um tiefer in diese Welt einzutauchen, mehr von der Story zu verstehen. Ich hatte früher bereits das erste Buch, “Cry Baby” von Gillian Flynn gelesen und war gleichzeitig gelangweilt und abgestoßen. Wegen dem packenden Film wollte ich ihr allerdings noch eine Chance geben.

Und ich bin wirklich froh, dass ich es getan habe! Denn es war eines der absolut spannendsten und besten Bücher der letzten Monate. Außerdem gefiel mir auch der Schreibstil ungemein gut, was bei Thrillern nicht oft passiert. Ausgefallen, originell, irgendwie besonders. Aber trotzdem nicht schwer zu verstehen. Ein Beispiel? “Genau in diesem Moment, um 6:00 kletterte die Sonne über die Skyline der Eichen und offenbarte ihr volles wutgöttliches Sommerselbst.”* Hach. Ein Satz, von dem ich mir sehnlichst wünschte, ich hätte ihn selbst geschaffen.

Dann sind da natürlich noch die Charaktere. Es ist so wahnsinnig toll, wenn man total das Gefühl hat, dass diese Personen tatsächlich existieren, dass sie nicht nur für diese Dialoge erschaffen wurden, sondern dass sie immer schon da waren und ihre eigenen Gedanken haben. Amy und Nick haben zusammen eine so besondere Dynamik, dass sie mir vorkamen wie ein (okay, ziemlich gestörtes, aber immerhin) echtes Ehepaar, das sich gleichzeitig hasst und braucht.

Außerdem habe ich endlich das Ende verstanden, also so richtig. Welche Erleichterung! Fazit: Der Film war sehr gut, aber das Buch schlägt ihn um Längen. Zurecht ein Megaseller & absolute Leseempfehlung! 5 von 5.

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“Der Teufel trägt Prada” von Lauren Weisberger

In diesem Post habe ich im PS.-Teil kurz geschildert, dass ich zur Zeit total besessen von der Teufel trägt Prada bin: eine (halbwegs) wahre Geschichte, die die Wahrheit über die grausame Mode-Industrie erzählt und dabei das paradoxe Gefühl schildert, das die ganze RUNWAY/VOGUE Redaktion ausmacht. Die Hauptpersonen sind alles andere als perfekt, was sie sympathisch macht, und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Dieses Buch führt vor Augen, wie viel Arbeit hinter einer Zeitschrift steckt, die wir manchmal achtlos im Arztwartezimmer durchblättern. Dass damit Milliarden Dollar gemacht werden und nicht alles so schön aussieht, wie es zunächst anhand der Fassade scheint. Trotz dieses ganzen paradoxen Modezirkus kam mir alles so.. wahr vor. Und das mochte ich. 4 von 5.

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“Totenfrau” von Bernhard Aichner

Das Buch besteht nur aus vielen kurzen abgehackten Sätzen, und am Anfang ging mir das etwas auf die Nerven, dabei hat das Buch so viel mehr zu bieten. Eine Bestatterin, die Selbstjustiz übt. Auf eine ziemlich abgebrühte Art und Weise bringt sie Menschen um. Aber die haben das ja auch verdient. Sie will ja doch nur ihre Familie schützen .. und deshalb habe ich die gute Blum irgendwie ins Herz geschlossen. Allerdings haben mich die Informationen über den Beruf Bestatter teilweise ziemlich verstört, aber damit kann ich leben (hoffe ich). 3 von 5.

“Verwesung” von Simon Beckett

Viele Thriller von Beckett habe ich mehrmals gelesen, und so nun auch den vierten Band der David Hunter Reihe, Verwesung. Dieser Band konnte mich diesmal allerdings nicht so ganz mitreißen. Klar war die Story um einen brutalen Serienkiller, der im Moor sein Unwesen treibt und es auch noch auf Dr. Hunters Umfeld abgesehen hat, sehr spannend, aber mir hat das Emotionale sehr gefehlt, die Gefühle. Das einzig Tolle war, dass es anfangs in der Zeit vor dem Tod seiner Frau und Tochter spielt und somit chronologisch ja sogar vor dem ersten Band, “Chemie des Todes”, spielt. 2,5 von 5.

Was lest ihr zur Zeit? Lest ihr eher aktuelle Bestseller oder ebenfalls alles, was euch in die Finger kommt? Ich wünsche euch noch einen schönen Donnerstag!

*Flynn, Gillian: Gone Girl. Das perfekte Opfer. Fischer Taschenbuch, Seite 10.

 

I’m a Library’s Girl

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Ich liebe Bibliotheken! Manchmal habe ich das Gefühl, dass niemand mich so sehr versteht wie ein Buch, das mich an einem schlechten Tag im Regal begrüßt und alles gleich viel besser macht. Außerdem mag ich diese inspirierte Stimmung total, die entsteht, wenn all diese lesenden, in sich ruhenden Menschen neben mir sitzen und die Welt einfach für einen Moment in Ordnung ist. Wer (unverständnisvollerweise) noch nicht auf den Geschmack gekommen ist, für den habe ich jetzt den ultimativen und garantiert seeehr hilfreichen Bibliotheks-Guide!

Was du tun solltest, wenn du dich in einer gut sortierten Bibliothek befindest (am besten mit Café!)

1. Besorge dir einen Mitgliedsausweis (Sofort!). Glaub mir, es lohnt sich. Bibliotheken kaufen öfter Neuerscheinungen und Bestseller, als man denkt. (Zitat Wikipedia: “Die deutschen Bibliotheken haben 2012 rund 399 Millionen Euro für die Erwerbung [neuer Bücher] ausgegeben.” Dazu kommen natürlich noch die hunderte von Büchern, die bereits in den Regalen auf dich warten. Wer nicht so sehr in Leselaune ist, hat aber auch genug zum Schauen: Blättere durch Coffe Table Books, neue Kochbücher oder inspierierende Reiseführer. Leihe dir DVDs oder Cosmopoliatans aus. Oder beherzige Punkt 2..

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2. Setz dich in das Café, das zur Bibliothek gehört. Dort stöbere ich meist durch die Bücher, die ich mir ausgeliehen habe, oder lese Zeitschriften. Bei Karrottenkuchen und Orangensaft am Tisch sitzen zwischen Cosmopolitans und Gedichten von Goethe, was kann es Besseres geben? <3

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3. Lass dich inspirieren. In Buchhandlungen geht es oft nur um die neusten Bestseller, die Bücher, die schon von tausenden Menschen gekauft wurden und daher ja gut sein “müssen”. Aber was ist mit den Büchern, die vielleicht schon ein paar Jahre älter sind und trotzdem genau deinen Geschmack treffen? In Büchereien warten sie auf dich. Ich finde es immer wieder toll, einfach durch die Regale zu gehen und mich von ausgefallenen Titeln und Covern ansprechen zu lassen. Oft werden auch liebevoll dekorierte “Thementische” aufgebaut oder Flyer verteilt, auf denen die dort arbeitenden Bibliothekare ihre Favoriten empfehlen und dich so inspirieren.

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4. Besuche alte Bekannte. Es gibt zwei Arten von Menschen auf der Welt: Die, die ein Buch lesen und dann nie wieder, weil sie “ja dann wissen, wie es ausgeht” und die, die ein (gutes!) Buch immer wieder lesen können. Ich werde immer zur zweiten Sorte gehören, denn manchmal kann nichts so viel Sicherheit geben, wie ein Buch, das mir schon so oft Freude vermittelt hat. Besonders in schwierigen oder aufwühlenden Zeiten gibt mir ein Buch oft mehr Geborgenheit und Ablenkung als igendetwas anderes, in dem es mich erneut in seine Welt holt. Daher weiß ich bei vielen Büchern schon auswendig, in welchen Regalen sie stehen und “besuche” sie dort immer wieder. Besonders schön finde ich es, wenn man durch Erinnerungen eine enge Bindung an das Buch knüpft. Bei vielen weiß ich noch: Dieses hier habe ich auf Kos im Urlaub gelesen, und es hat mich zum Weinen gebracht. Bei diesem hier habe ich “Happy Ending” von Mika in Dauerschleife gehört. Und das hier habe ich in den Sommerferien rauf und runter gelesen.

Ich hoffe, ich konnte euch vor Augen führen, warum sich ein Abstecher (oder ein Nachmittag) in einer Bibliothek immer lohnt! Ich wünsche euch noch einen schönen Abend <3

Sleep is good, he said, but books are better #3

In dieser Reihe möchte ich euch Bücher vorstellen, die mich unglaublich fasziniert, berührt und begeistert haben.

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#3 “Schiffbruch mit Tiger” von Yann Martel

Nachdem ich vor ein paar Monaten den Film “Life of Pi”, die Verfilmung des Romans, gesehen hatte, war ich wie elektrisiert. Aber ich wusste ebenfalls augenblicklich, dass ich auf der Stelle das Buch lesen wollte, welches hoffentlich all meine offenen Fragen klären könnte. Und so versank ich die letzten Tage erneut im fiktiven, aber deshalb nicht minder bewegenden Schicksal von Piscine Molitor “Pi” Patel.

Pi ist ein indischer Junge, der Freude am Leben und an der Religion hat. Seine Eltern führen einen Zoo, und er ist fasziniert von den Tieren. Aufgrund der politisch unsicheren Lage und der finanziellen Not des Zoos beschließen seine Eltern jedoch eines Tages, nach Kanada auszuwandern und dort neu anzufangen. Die Tiere werden an Städte auf der ganzen Welt verkauft und überqueren im selben Schiff wie die Familie den pazifischen Ozean. Bis der Dampfer sinkt. Alle sterben, bis auf Pi, ein Tiger, ein Orang-Utan, ein Zebra und eine Hyäne, die sich alle ein kleines Rettungsboot teilen. Bald sind nur noch Pi und der Tiger am Leben und ein siebenmonatiger Kampf ums Überleben beginnt.

Mit viel Feingefühl und großem Einfühlungsvermögen beschreibt Martel, wie Pi Verzweiflung, Wut, Angst und Trauer durchleidet. Er zeichnet mit seinen Worten einen Menschen, der fast den Verstand verliert und im Kampf ums Überleben immer mehr zum Tier wird – und das so gut, dass man fast selbst meinen könnte, man säße in diesem Boot. Trotz der tragischen Geschichte gibt es aber dennoch sehr viele lustige oder hoffungsvolle Stellen. Obwohl der Großteil der Geschichte auf dem offenen Meer spielt und den zermürbenden und harten Alltag eines Schiffbrüchigen beschreibt, ist jedes der 100 Kapitel so lebendig und spannend geschrieben, dass ich es in zwei Tagen durchlesen musste.

Wie bereits beim Film ist natürlich auch beim Roman das Ende am Interessantesten. Wie zu erwarten war, raubte es mir den Atem und ließ mich lange schlaflos zurück. Kritiker meinen, dieser Roman ist eine Kritik der rationalen Wissenschaft und ruft dazu auf, gläubiger zu werden. Für mich persönlich geht es eher um Psychologie, um post-traumatische Belastungsstörungen und wie wir als Menschen mit unaussprechlich tiefen Krisen fertig werden. Es geht um die tiefste Verzweiflung, die man durchleiden kann, und wie man sie überlebt. Nicht viele Bücher haben mich so zum Weinen gebracht, und daher sind meine Tränen das sicherste Zeichen für eine ernsthaft gemeinte Empfehlung.

P.S.: Nachdem ich “Schiffbruch mit Tiger” gestern um ein Uhr nachts fertig gelesen hatte, war ich so aufgewühlt, dass ich mich erst mal mit etwas leichterer Kost besänftigen musste. Meine Wahl fiel auf “Der Teufel trägt Prada” von Lauren Weisenberger – und seitdem kann ich es nicht mehr aus der Hand legen, obwohl ich den Film schon mindestens 5 Mal gesehen habe.

Am Interessantesten finde ich, dass es überall diese Bezüge zur Realität gibt, schließlich war Weisenberger Anna Vintours persönliche Asssistentin und hat die Erfahrungen dieses Knochenjobs in ihrem Roman verarbeitet. Durch diverses Recherchieren bin ich gerade ein bisschen besessen von Wintour – seit 1988 Chefredakteurin der amerikanischen Vogue (und das als Britin!) und damit die mächtigste Frau im Fashion-Olymp, um die sich so unendlich viele Gerüchte ranken. Am Faszinierensten finde ich allerdings, dass sie seit gefühlt immer schon ihren blonden Bob trägt und er auf jedem Foto perfekt aussieht und dass sie einfach schon 65 (!!!) Jahre alt ist. Sieht sie nicht keinen Tag älter aus als 39?!

Wie dem auch sei – ich will aufgrund meiner Obsession so bald wie möglich die Dokumentation “The September Issue” schauen, die sich mit der Entstehung der Septemberausgabe der amerikanischen Vogue im Jahr 2007 beschäftigt und große Einblicke in die VOGUE Redaktion sowie in Anna Wintours Privatleben gibt. Aber das alles nur am Rande. Ich wünsche euch noch einen schönen Dienstag!

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Foto von Anna Wintour via Pinterest

Sleep is good, he said, but books are better #2

In dieser Reihe möchte ich euch Bücher vorstellen, die mich unglaublich fasziniert, berührt und begeistert haben.

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#2 “Der Mädchenmörder” von Thea Dorn

Inhalt

“Ich weiß, sie alle wollen meine Geschichte hören. Ich werde sie Ihnen erzählen. Und nichts auslassen. […] Zu viele Lügen sind verbreitet worden über mich und den Mann, der mich zwei Wochen gefangen gehalten und quer durch Europa geschleppt hat.”*

Die 19-jährige Julia, eine Abiturientin aus Deutschland, schreibt ihre Geschichte für die Presse auf. Alle sind begierig, die Wahrheit zu erfahren, denn: Julia wurde von einem ehemaligen Radprofi und Serienmörder entführt, gefoltert, gedemütigt. Anders als andere Mädchen ist sie die Einzige, die überlebte. Mehr noch: Ihr Peiniger schaffte es nicht nur nicht, sie umzubringen, sondern schleppte sie auch noch mit auf seiner zwei-wöchigen Flucht vor der Polizei durch ganz Europa.

Doch was ist anders an Julia? Wie man schnell erfährt, verhielten sich die anderen entführten Mädchen, wie man es von ihnen in einer solchen Situation erwarten würde (und wie ich mich selbst vermutlich auch verhalten würde): ängstlich, unterwürfig, voller Verzweiflung und Panik. Julia jedoch begegnet ihrem Peiniger stets mit Verachtung, oft sogar mit Sarkasmus. Sie trotzt ihm, und auch wenn er eigentlich alle Macht hat, so kann er trotzdem nicht kontrollieren, was sie denkt und sagt.

Julia schreibt von ihrer Folter, den Demütigungen und und dem unmenschlichen Verhalten, das sie über sich ergehen lassen musste, doch sie sieht sich nie selbst als ein Opfer und bewahrt sich stets ihre Würde und ihren Humor. Beim Lesen bewunderte ich diese starke Person, die mal voller Bitterkeit, mal humorvoll von ihren schrecklichen Erfahrungen schrieb, um diese verarbeiten zu können. Bis ich am zweiten Teil des Buches angelant war…

Meine Meinung

… und mit jeder Seite mehr aus allen Wolken fiel. Ich liebe einfach Bücher und Filme, die einen glauben lassen, dass alles so ist, wie es ist. Und dann ist es doch ganz anders. Dieses Buch ist in meinen Augen ein wahnsinnig gutes Paradebeispiel dafür, denn es hat einen so atemberaubenden Wendepunkt, dass mir buchstäblich die Luft in der Kehle stockte, als ich erstmal verstanden hatte. Das verrate ich hier jetzt natürlich nicht! Ich kann nur sagen, dass Julia im zweiten Teil des Buches nicht mehr für die Öffentlichkeit schreibt, sondern ganz private Briefe, in denen so einiges ans Licht kommt. Auch gegen Ende gibt es erneut Überraschungen – die mich tatsächlich so mitgenommen haben, dass ich am liebsten geweint hätte.

Mittlerweile habe ich den “Mädchenmörder” bereits drei Mal gelesen und konnte es jedes Mal vor Spannung kaum weg legen. Sicher, manche Schilderungen sind nicht so leicht zu ertragen – doch es lohnt sich. Die Wendungen und auch die Schreibweise der Autorin finde ich so genial, dass ich es jetzt am liebsten noch einmal lesen würde.

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* Zitate aus dem Buch “Mädchenmörder” von Thea Dorn, Seite 1

The List – Books

Seit dem Dezember 2012 habe ich ein “Buch der Listen”, in das ich die meisten Dinge eintrage, die mir wichtig sind. Es gibt eine “Liste der Orte, an denen ich schon auf der Welt war”, eine Liste mit Lieblingsliedern, Anhängern an meinem Armband und eine mit Zielen für mein Leben. Die Liste, wegen der ich dieses Buch am allermeisten aufschlage oder in meiner Handtasche mitnehme, heißt “Liste der Bücher, die ich noch lesen möchte”. Wann immer ich ein Buch finde, das mich anspricht, mir eines empfohlen wird oder im Hugendubel meinen Namen ruft, trage ich seinen Titel in diese Liste ein, damit ich niemals einen Titel vergesse. Mittlerweile ist diese Liste über vier Seiten lang, aber es macht mich glücklich, immer neue Titel hinzuzufügen und gelesene Exemplare abzuhaken. Obwohl die Liste schon so lang ist, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuer Lese-Inspiration. Ich habe mir gedacht, dass es ein paar von euch vielleicht ähnlich gehen könnte und teile daher ein paar Punkte aus meiner Liste mit euch.

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“Life of Pi” von Yann Martel

Ungefähr 20 Minuten, nachdem ich angefangen hatte, den Film zu sehen, habe ich es bereut, mich nie für das Buch interessiert zu haben. Bei manchen Geschichten gibt es diesen Wendepunkt, der dir den Atem raubt – und “Life of Pi” ist so eine Geschichte. Ich möchte unbedingt mehr über die Geschichte und über die Hintergründe erfahren und obwohl ich den Ausgang der Handlung ja bereits kenne, ist meine Faszination kein Stück geringer. Der Film hat mich auf einer sehr tiefen Ebene berührt und fasziniert, bei eben diesem Wendepunkt, und ich musste noch oft darüber nachdenken. Ich hoffe, wenn ich das Buch lese, kann ich noch einmal dieses Gefühl erleben.

“Der Hof” von Simon Beckett

Nach dem Erscheinen der “Chemie des Todes-Reihe” habe ich alle Bände nur so verschlungen und sehnsüchtig auf neuen “Stoff” von Beckett gewartet. Nach langer Zeit wurde dann “Der Hof” veröffentlicht, ein weiterer Thriller. Schade, dass es kein David-Hunter-Thriller ist, aber “Flammenbrut” und “Obsession” haben mir ja schließlich auch gut gefallen. Die Veröffentlichung ist nun auch schon wieder einige Monate her – im Februar kam es heraus – doch seitdem ist es natürlich durchgehend in allen nahen Bibliotheken vergriffen (wie das eben bei Bestsellern so ist). Doch eines Tages werde ich es schon in die Finger kriegen! Wie sagte Liam Neeson einst so schön? “Ich werde nach dir suchen und ich werde dich finden. Und dann werde ich dich lesen.”;)

“Morgen kommt ein neuer Himmel” von Lori Nelson Spielmann

Wie ihr vielleicht an diesem Post erkennen könnt, liebe ich Listen. Kein Wunder, dass mich “Morgen kommt ein neuer Himmel” sofort angesprochen hat, denn es geht um die Liste eines 14-jährigen Mädchens, auf der sie festgehalten hat, was sie im Leben erreichen möchte. Als erwachsene Frau trägt ihr nun plötzlich ihre auf dem Sterbebett liegende Mutter auf, eben diese Liste innerhalb eines Jahres abzuarbeiten – denn sonst bleibt ihr das Erbe verwehrt. Eine tolle Idee für einen Roman, wie ich finde, zumal ich mich nur zu gut an meine eigenen Listen aus meiner Kindheit erinnere. Ich müsste dann solche Punkte wie “Haare so lang wie Rapunzel wachsen lassen” und “Pony im Garten halten” erfüllen und daher bin ich wirklich froh, dass mir das erspart bleibt. Umso unterhaltsamer und berührender stelle ich mir den Roman vor!

“Das wirst du bereuen” von Amanda Maciel

Auf der diesjährigen Buchmesse wurde mir eine kleine Leseprobe von “Das wirst du bereuen” in die Hand gedrückt, die ich aufgrund mangelnder Beschäftigung in der Bahn auf dem Nach-Hause-Weg las. Es geht um zwei Mädchen, die ein anderes Mädchen (“zurecht”, wie sie finden) gemobbt haben. Dieses nimmt sich darauf hin jedoch das Leben. Das Buch ist aus der Sichtweise einer der “Täterinnen” geschildert, und hat mich gleich gefesselt. Vor allem der große Egoismus und das Fehlen eines schlechten Gewissens haben mich in gewisserweise fasziniert.

“Gone Girl” von Gillian Flynn

Genau wie bei “Life of Pi” habe ich hier den Film gesehen, der mich mit einem Wendepunkt komplett überrascht hat. Leider war das Ende mindestens genauso enttäuschend wie der Wendepunkt faszinierend war. Trotzdem möchte ich mehr über dieses Universum erfahren, das die Autorin erschaffen hat, und vor allem mehr über die Beweggründe der Protagonistin.

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Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen zum Lesen inspirieren! Falls jemand Tipps für eine tolle Lektüre hat, dann würde ich mich über ein Kommentar freuen:)

Sleep is good, he said, but books are better #1

In dieser Reihe möchte ich euch Bücher vorstellen, die mich unglaublich fasziniert, berührt und begeistert haben. Nach einem schaurigen Halloween könnt ihr hoffentlich diesen nebligen ersten November mit einem Buch auf der Couch verbringen!

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#1 “Danach” von Koethi Zan

Inhalt

“Sarah Farber hat überlebt.”*

Thriller darüber, wie ein Psychopath Frauen in Kellerverliesen festhält und foltert, gibt es viele. Auch das Buch “Danach” kreist thematisch um ein solches Ereignis – allerdings setzt es an einem anderen Punkt an, und zwar, wie es diesen Menschen danach geht. Die Protagnostin Sarah, ihre beste Freundin Jennifer und zwei andere Frauen mussten drei Jahre lang unter Folter und entsetzlichen Bedingungen in einem solchen Kellerverlies leben. Zu Beginn des Thrillers liegt dies allerdings bereits zehn Jahre zurück. Sarah lebt unter falschem Namen in New York, arbeitet übers Internet für eine Versicherungsfirma, bestellt Nahrung und alles Andere online, verlässt niemals ihre helle, penible Wohnung und hat nahezu keinen Kontakt zur Außenwelt. Sie hat vor, für immer in dieser Scheinwelt zu leben, in der sie sich sicher fühlt, und in der sie den grauenhaften Erinnerungen stand halten kann. Bis sie heraus findet, dass der Mann – Jack Derber- , der ihr das angetan hat, aus dem Gefängnis frei kommen soll.

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Neben der schrecklichen Angst, die Sarah gleich darauf empfindet – ihr Peiniger schrieb ihr jahrelang Drohbriefe aus dem Knast – kommt auch ihr Lebenswille zurück. Nur sie kann dafür sorgen, dass Derber lebenslänglich ins Gefängnis muss, und zwar, indem sie die Leiche ihrer besten Freundin Jennifer findet, von der niemand weiß, wie Derber sie verschwinden ließ.

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Meine Meinung

Mit Sarah erschafft Koethi Zan eine Person, die mich nicht mehr losgelassen hat. Bereits auf den ersten Seiten wird ihre Jugend geschildert, die aufgrund eines Autounfalls anders verlief als bei anderen Jugendlichen. Sarah und Jennifer werden von Jennifers Mutter von der Schule abgeholt, es gibt einen Unfall, Jennifers Mutter stirbt.Von da an wollen die beiden Kinder jede Gefahr, jedes Risiko kalkulieren und voraus sehen. Über Jahre halten sie Statistiken über Unfälle und andere Todesursachen penibel fest und schreiben schließlich die sogenannte ‘Never-List’ (welches ebenfalls der Titel der englischen Ausgabe ist): “Niemals abends alleine in die Unibibliothek gehen, niemals weiter als sechs Parkplätze vom Zielort entfernt parken, niemals einem Fremden bei einer Reifenpanne helfen”*, sind zum Beispiel Punkte auf dieser Liste. Nachdem in ihrer ersten College-Zeit alles gut geht, machen die beiden jedoch einen Fehler: Sie brechen einen der wichtigsten Punkte auf der Liste. “Niemals zu einem Fremden ins Auto steigen.”* Der vermeintliche Taxifahrer betäubt sie – und von da an beginnt der Alptraum im Keller eines Psychopathen.

Zehn Jahre nach ihrer Rettung kann Sarah es immer noch nicht verwinden, dass sie überlebte, und Jennifer nicht. Abgeschottet von der Welt und ihren Gefühlen versucht sie irgendwie darüber hinweg zu kommen – bis sie gezwungen wird zu handeln. Nach ihrem Entschluss, gegen Derber vorzugehen, wird sie immer mutiger und entschlossener und begibt sich sogar selbst in Gefahr. Während kleiner Reisen in die Vergangenheit werden die qualvollen Episoden aus dem Kellerverlies erzählt, die die ganzen Verstrickungen zwischen den anderen Gefangenen, Sarah und dem Psychopathen Derber aufdecken. Doch dieser Thriller hat weit mehr zu bieten als ‘nur’ Spannung zu erzeugen und unterscheidet sich daher in meinen Augen von anderen Büchern dieses Genres. Denn es ist viel mehr die Protagonistin Sarah, die mich mit ihrer gebrochenen Seele und nicht zuletzt mit ihrem Mut sehr berührte.

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* Zitate aus dem Buch “Danach” von Koethi Zan