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Vorbereitungen für ein Auslandssemster

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Noch vor einem Jahr hätte ich mir niemals vorstellen können, jetzt in Frankreich zu leben, und es war auch in keinster Weise geplant. Selbst heute habe ich noch das Gefühl, dass ich irgendwie da hinein gerutscht bin und muss mich an manchen Tagen kneifen, um mich zu vergewissern, dass ich wirklich hier bin. Doch auch wenn ich mir das alles gar nicht vorstellen konnte und zwischendurch am Papierkram verzweifelt bin, so bin ich mittlerweile wirklich so so so froh, das alles durchgezogen zu haben, denn die Monate hier in Lyon sind einfach eine wunderschöne Zeit und Erfahrung. In den folgenden Zeilen beschreibe ich euch die Schritte, die ich für ein Auslandssemester durchlaufen habe – vielleicht kann ich so dem ein oder anderen ja die Angst vor der Bewerbung nehmen.

Just do it!Februar. Der erste Schritt ist selbstverständlich, sich nach einem Programm oder einer Agentur zu erkundigen, die in Zusammenarbeit mit deiner Universität den Auslandsaufenthalt organisiert. Natürlich kann man auch auf eigene Faust ein Auslandssemester in Angriff nehmen, aber in meinen Augen ist das wegen den ganzen administrativen Aufgaben fast unmöglich. Ich glaube, fast an jeder Uni werden solche Programme angeboten. In meinem Fall handelt es sich um das bekannte Programm ERASMUS. An meiner Uni kann man sich nur einmal im Jahr bewerben, es lohnt sich also, sich so früh wie möglich zu informieren! Wenn man dann die Bewerbungsvorraussetzungen und -Fristen herausgefunden hat, bewirb dich einfach! Wie ich bereits hier beschrieben hatte, sprachen bei mir so viele Gründe gegen das Einreichen einer Bewerbung: “Als Erstsemestler hast du eh keine Chance.” “Du bist mitten in der Klausuremphase, wie willst du denn jetzt noch das ganze Bewerbungsverfahren schaffen?”, und so weiter und so fort. Auch wenn ich kurz überlegt hatte, tatsächlich meine fertig gestellten Bewerbungsunterlagen überhaupt nicht abzugeben, tat ich es doch, und wurde wider aller Erwartungen genommen. Und heute bin ich so so so froh, dass ich mich doch noch dazu entschieden habe!

Die Bewerbung. Dieser Punkt ist so weit ich weiß bei jeder Uni unterschiedlich. In meinem Fall musste ich in einem ersten Schritt ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf und ein Onlinebewerbungsverfahren in der jeweiligen Fremdsprache – in meinem Fall also französisch – abgeben. Auch wenn ihr das natürlich selbst schreiben solltet, schadet es nie, einen Muttersprachler der jeweiligen Sprache drüber schauen zu lassen – Lebensläufe sind im französischen zum Beispiel anders herum aufgebaut als im Deutschen, was ich davor gar nicht wusste.

The next steps | März – Mai. Was für eine wunderbare Mail – ich war angenommen worden! Für Lyon! Nachdem ich eine Runde weiter war, musste ich nun innerhalb einer Frist von ca. 2,5 Monaten durch ein weiteres Onlinebewerbungsverfahren. Außerdem musste ich mir einen Überblick darüber verschaffen, was ich in dem betreffenden Semester in Deutschland für Kurse belegen würde und mir dazu die äquivalenten Kurse an meiner französischen Uni heraus suchen. Diese Auswahl muss dann von den deutschen als auch den französischen Professoren für in Ordnung befunden werden, und erst dann ist einem der Platz zu 100% sicher. Die Kursauswahl nennt man “Learning Agreement (LA)” und war wirklich der Punkt, der mich wochenlang in den Wahnsinn getrieben hat. Der Grund: Meine französische Uni hatte überhaupt kein aktuelles Vorlesungsverzeichnis im Internet und wenn ich ein paar Kurse finden konnte, waren die ohne Beschreibung. Meine zuständige Professorin konnte aber natürlich keine Kurse akzeptieren, von denen sie nicht wusste, was genau dort behandelt wird, und somit begannen wochenlange Emailkorrespondenzen mit Frankreich und zahlreiche Sprechstunden mit meiner Professorin, in denen ich mich relativ hilflos fühlte. Nach wochenlangen Bemühungen unterschrieb sie dann endlich und ich war erleichtert, den schwierigsten Punkt abgehakt zu haben.

Together we are stronger. Meine Tipps, damit das mit dem LA besser funktioniert und man sich generell nicht so verloren fühlt: Auch wenn man an der schrecklichen Unorganisiertheit der Franzosen nichts ändern kann, so kann man sich wenigstens mit Mitleidenden zusammen tun. Frag deine ERASMUS-Koordinaten nach Namen oder Email-Adressen der Leute, die an dieselbe Uni wollen wie du. Besuche, falls dies angeboten wird, einen Vorbereitungskurs und knüpf dort erste Kontakte. Ich habe dort zum Beispiel Menschen kennen gelernt, mit denen mich jetzt hier in Lyon eine wirklich enge Freundschaft verbindet und mit denen ich auch das LA gemeinsam durchgestanden habe. Zusammen ist man immer stärker!

Ask everything! Außerdem: Scheue dich niemals, alles zu fragen, was du nicht verstehst! Meine ERASMUS-Beauftragten sind in meinem Email-Programm glaube ich immer noch meine wichtigsten Kontakte, da mir alle paar Tage irgendwelche Dinge unterkamen, die ich nicht verstanden habe. Hab keine Angst, zu fragen – es ist schließlich ihr Job, dir zu helfen!

Get Shit done! | Mai – Juli. Nachdem diese administrativen Dinge endlich geschafft sind… genau, kommen noch mehr organisatorische Dinge auf dich zu. Einer der wichtigsten Dinge ist es nun, eine Wohnung zu finden. Das ist je nach Stadt natürlich unterschiedlich, aber generell ist es sehr schwer, etwas Gutes und Preiswertes zu finden. Daher solltest du hierfür genug Zeit einplanen. Auch andere Dinge gilt es zu klären: Wenn ich zu Hause in einer Wohnung/WG wohne, kann ich einen Untermieter finden? Wie viel übernimmt meine Haftpflicht- und Krankenversicherung im Ausland, brauche ich Zusatzversicherungen? Ich musste (schweren Herzens) meinen Nebenjob kündigen, die Zusatzversicherungen abschließen und den Wohnungsdeal festmachen.

Time to say Goodbye | August. Da das französische Semester bereits Anfang September beginnt, war es für mich Ende August Zeit, für 4,5 Monate zu packen und eine Abschiedsfeier mit all meinen Lieben zu genießen.

Almost done |  September. Endlich angekommen. Nach der ersten Nacht in meinem neuen Zuhause ist mir schon mal ein riesiger Stein vom Herz gefallen, denn schließlich war fast alles geschafft. Trotzdem sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass man sich trotzdem noch um einige Dinge kümmern muss. Auspacken, einrichten, sich mit den nächstgelegenen Supermärkten vertraut machen. Ein französisches Bankkonto und einen Handyvertrag einrichten. Sich eventuell um eine Hausratsversicherung und einen Antrag für die französische Wohngeldrückerstattung CAF kümmern. In der Uni seinen Stundenplan zusammen stellen und nicht vergessen, die endgültige Auswahl mit den Koordinatoren von Zuhause abzuklären bzw. das LA zu aktualisieren. Außerdem muss man immer wieder Dokumente an seine Home-Universität schicken. Aber so abschreckend das jetzt auch alles klingt – danach ist es geschafft!

Auch wenn das jetzt alles sehr viel aussieht – lasst euch nicht entmutigen! Vergesst nicht, dass ihr für all das fast ein Dreivierteljahr Zeit habt und – zumindest in der Theorie – immer einen Ansprechpartner. Wie gesagt hatte ich aufgrund nie endendem Papierkram darüber nachgedacht, alles hinzuschmeißen, und jetzt bin ich so froh, doch durchgehalten zu haben. Ich bin jetzt seit 6 Wochen hier und fast fertig mit dem Papierkram – yes!!

Was ich noch einmal betonen möchte: Ich kann euch wirklich ans Herz legen, mit einer Organisation oder einem Programm ins Ausland zu gehen. Der ganze Papierkram ist ja so schon kompliziert genug, da möchte ich nicht wissen, wie es erst wäre, wenn man ganz allein auf sich gestellt wäre. Beim ERASMUS Programm hat man eigentlich sehr gute Chancen, irgendwann im Laufe seines Studiums einen Platz zu bekommen – man darf sogar mehrmals mit ERASMUS ins Ausland, was ich echt cool finde. Die Organisation übernimmt die Universitätsgebühren im Ausland und fördert den Studenten mit ca. 250-350 Euro im Monat, was natürlich eine riesige finanzielle Erleichterung ist.

Ich hoffe dem ein oder anderen einen Überblick über die Vorbereitungen für ein Auslandssemester geben oder ihn motivieren konnte, sich ebenfalls zu bewerben. Auch wenn es viel ist – wenn ich das geschafft habe, schafft ihr das auch!

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Sundays in Lyon

Sonntag. Die Seele baumeln lassen, raus in die Sonne gehen, Freunde auf einen Kaffee treffen. Die Ruhe genießen, Kraft für eine neue Woche tanken. Hier seht ihr ein paar Sonntagsaktivitäten, die ich in Lyon bis jetzt besonders genossen habe!

“Candy is childhood, the best and bright moments you wish could have lasted forever” | Sich in der schönsten Hommage an die Schokolade verlieren: einem riesigen Macaron essen. Schmeckt sogar noch besser, wenn es ein Geschenk ist! <3

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For all the booklovers | Der Traum eines jeden Buchliebhabers ist der „Marché au Bauquinistes“ direkt am Ufer der Saône. Ein Markt nur mit Büchern, vorzugsweise alte französische Klassiker. Allein der Anblick der alten Bücher und dazu im Hintergrund das glitzernder Wasser des Flusses ist wunderschön. Wir waren regelrecht verzückt!

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Best Bagels | Avocado, Aubergine, Salat, Tomate und ein Traum aus Mohn.. als wir in der Sonne saßen, die Bagels gegessen und unseren Trip nach Marseille geplant haben war ich wirklich rundum zufrieden!

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“You create your own calm” | Das „Musée des Beaux Arts” ist ebenfalls ein Platz, den man in Lyon besuchen sollte. Auch wenn ich es noch nicht in die Ausstellung geschafft habe, so habe ich mir immerhin schon den Innenhof angesehen. Mit einem kleinen Garten, Bänken, Blumen und Rodin-Statuen hatte er in meinen Augen etwas sehr Ruhiges, Stilles, Erholsames an sich und hat mich außerdem sehr an den Place des Vosges in Paris erinnert – der Innenhof, in dem ich meinen ersten Macaron gegessen habe (hier).

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Coffee Dates are the best dates | Raus an die frische Luft, im Oktober mit nackten Armen in der Sonne sitzen, Freunde treffen, in einem Gewirr aus Deutsch, Englisch und Französisch miteinander sprechen… was für ein wunderschöner Sonntag!

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Kindheitsträume | An einem Sonntagnachmittag haben wir mit unseren Einkäufen vom Markt den Parc Tête d’Or besucht, der kaum einen Wunsch offen lässt. Neben einem See mit Tretbooten und Anglern gibt es riesige Wiesen für Picknicker, verschiedene Rosengärten, Retro-Kinderkarrussels mit Zuckerwatte und Musik, Ponyreiten, Cardfahren, und das Beste: einen Zoo mit Löwen, Panther, Zebras, Krokodilen, und Giraffen… Ich finde es total super, dass das von der Stadt kostenlos möglich gemacht wird und ich habe mir vorgenommen, noch viele sonnige Nachmittage dort zu verbringen. Unsere Quiches und Feigen vom Markt haben vor der Seekulisse jedenfalls wunderbar geschmeckt.

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Was unternehmt ihr am Wochenende am Liebsten? Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag!

Breakfast at Burberrys

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“Weißt du woran es bei dir fehlt, du armes Ding ohne Namen? Du hast Angst, du hast keine Courage! Du bist ein Kind das Angst hat, alles so zu nehmen wie es ist! Menschen verlieben sich nunmal! Menschen gehören zusammen, weil dass die einzige Möglichkeit ist, ein wenig glücklich zu werden!“

Wir befinden uns in New York, genauer gesagt im Film “Breakfast at Tiffanys”, schreiben das Jahr 1961 und werden Zeuge davon, wie Paul „Fred“ Varjak der jungen Holly Golightly die eben gehörten Worte an den Kopf wirft. Er ist enttäuscht, dass sie sich nicht auf die Liebe einlassen kann und schleudert ihr schließlich den für sie gekauften Verlobungsring entgegen. Was dann kommt, gilt als eine der romantischten Filmszenen allerzeiten: Der Kuss der Beiden im Regen, untermalt von „Moon River“. Als ich diese Szene zum ersten Mal sah, war dies der Moment, in dem ich mich in einen der wohl größten Modeklassiker verliebte: Den Trenchcoat.

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Jeden Frühling und Herbst aufs Neue sehe ich Frauen und Männer, die nur durch ihren Trenchcoat so ein elegantes und zeitloses Auftreten hinlegen. Daher stand auf meiner To-Do-Liste für Lyon, mir einen dieser Klassiker zuzulegen -ich verbinde damit einfach den unwiderstehlichen Charme der idealen Französin.

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Der Erfinder und Meister in der Königsdisziplin des Trenchcoats kommt dagegen aus England: Das britische Traditionshaus Burberry, 1856 gegründet von Thomas Burberry. Er entwickelte den festen und wasserabweisenden Stoff, aus dem Trenchcoats gemacht sind und revolutionierte damit die Modewelt. Das typische Aussehen – die doppelte Knopfreihe, die Schulterklappen -, das an eine Militäruniform erinnert, hat auch tatsächlich dort seinen Ursprung: Burberry entwarf die Klassiker für England’s Offiziere im ersten Weltkrieg. Selbst seinen Namen verdankt er diesem Umstand: Trench heißt übersetzt Schützengraben.

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Sogar Amundsen, Scott und Shackleton trugen auf der ersten Antarktis-Expedition der Menschheit Mäntel von Burberry. Und dann Audrey Hepburn in „Breakfast at Tiffanys“ – die damit den Mantel endgültig in die Oberliga der Fashionbranche brachte. Der Trenchcoat ist längst ein Stück Geschichte, und das nicht nur in der Mode.

Doch das hat seinen Preis: Ein gutes Burberry-Stück kostet zwischen 400 und 1700 Euro. Also ich für meinen Teil bin auch schon sehr glücklich mit meiner deutlich preiswerteren Variante von Camaieu.

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Was ebenfalls typisch Burberry ist: die karierten Schals mit dem sogenannten „Burberry Check“-Muster. Auch da bin ich schon sehr zufrieden mit meinem Modell von H&M, das ihr auf den Bildern sehen könnt. Dunkelrot und Beige ist so eine elegante und klassische Kombination, aber trotzdem aufregend. Ich liebe es, dass man darin immer feminin und elegant aussieht und der Trenchcoat außerdem stets eine schöne Taille zaubert.

Holly Golightly küsst ihren Herzensmann. Beide in strömendem Regen, beide in Trenchcoats. In diesem Moment schreiben sie nicht nur ein Stück Filmgeschichte, sondern ebenfalls ein Stück Modegeschichte. Und ich spaziere mit meiner Freundin durch Lyon und bin glücklich darüber, mich an diesem Stück Modegeschichte erfreuen zu können.

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Die Fotos wurden übrigens von meiner lieben Freundin Nikè aufgenommen, die auch noch einen ganz tollen Youtube-Kanal hat (hier). Es lohnt sich wirklich, rein zu schauen! 🙂

Trenchcoat – Camaieu / Dress & Scarf – H&M / Bag – Michael Kors / Shoes – Made by  Heart / Hair ties – Invisibobble / Ring & Bracelets – Swarovski / Nail polish – Nailsinc Gel effect, color 501

You are my Moon, my Sun and all my Stars

Der Vollmond hinter dem Fenstergitter erhellt das dunkle Parkett meines Schlafzimmers. Die Melancholie liegt neben mir in meinem Bett – Heimweh. Ich spüre, dass ich der einzige Mensch auf der Welt bin, der im Moment so an dich denkt, wie ich es tue. Selbst die Bücher können mich nicht trösten, die neben mir an der Wand stehen. Neunzehn Stück habe ich aus Deutschland mitgenommen, für Momente wie diese. Worte sind mein Zuhause, meine Zuflucht. Und doch haben sie mich für den Moment verlassen. Sie können mich nicht trösten, sie schauen mich nur traurig an. Sonst versinke ich in jeder freien Minute in Worten, in Geschichten – aber zurzeit bin ich viel zu sehr damit beschäftigt, meine Eigene zu schreiben. Wie in jeder dieser weißen Nächte kann ich noch nicht mal Tränen vergießen, weil dieses Gefühl meine Brust so fest umklammert hält. Aber ich denke viel nach, und starre dem Vollmond in sein großes weißes Auge.

Ich kann eure Stimmen hören, bittersüß knistern sie in der Leitung und erinnern mich daran, dass ich nicht bei euch bin. Snapchat, Facetime, Whats app, und Telefonate ermöglichen die perfekte Illusion. Ich bin da, ich bin bei euch. Aber ich kann euch nicht berühren, nicht in die Augen sehen. Kleine Details gehen im Alltag verloren und diese Vorstellung tut weh.

Ich würde so gerne dem Sommer ein letztes Mal nachspüren, die Monate zurück drehen. Mein Tagebuch kennt meine flatterhaften Gedanken, meine Sehnsüchte. Ich verschwinde hinter den weißen Vorhängen, die im Wind flattern. Dieses Lachen jetzt in Echt mit dir teilen, anstatt nur durch den Bildschirm… Es ist schwer, mit einem Kloß im Hals zu telefonieren, ich kann nicht mehr reden, nur noch fühlen und fühle mich so klein.

Und wenn die Nacht dann wieder vorbei ist, weiß ich, dass es okay ist, sich so zu fühlen. Klein und blass und weit weg von alldem, was wichtig ist. Heimweh ist ganz normal und wird mich von jetzt an ab und zu begleiten. Wenn die Wolken sich rosa färben, wird der Mond verschwinden und die Sonne sich zeigen. Ich kann dem Sommer nachspüren und den Herbst trotzdem in all seinen Facetten genießen. Und ihr seid immer bei mir. | Sometimes it’s okay not to be okay. And it gets better.

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A french Shopping Haul

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Der Herbst kommt! Und mit ihm die Herbstmode. Wenn ich durch die Straßen schlendere, mit einer heißen Schokolade oder einem warmen Croissant in der Hand und der Wind mir die Haare an die Lippen klebt, ist es fast unmöglich, an den Geschäften vorbei zu gehen (und warum das Einkaufen hier sowieso etwas ganz Besonderes ist, erfahrt ihr hier). Dafür sind die Sachen aber auch viel zu schön! Und ich finde dafür, dass ich seit einem Monat auf einer Einkaufsstraße wohne, habe ich mich sehr gut geschlagen.

Ich weiß nicht, ob es an Frankreich oder am Herbst liegt, aber seit ich hier bin, habe ich Lust, mich noch femininer als sonst zu kleiden. Trenchcoats! Ballerinas! Kleider! Ein bisschen mehr französische Eleganz in meinem Leben. Und genau deshalb war es auch Liebe auf den ersten Blick, als ich meinen neuen Trenchcoat und die beiden Röcke gefunden habe. Besonders in das dunkelblaue Exemplar von Naf Naf habe ich mich ganz besonders verliebt. Und auch den Trenchcoat trage ich jeden Tag mit großer Freude. Ganz bald werdet ihr ihn auf Outfitbildern zu sehen bekommen!

An Kosmetik durfte eine Haarkur von “Le petit Marseillais” und ein Lidschatten, Bodylotion und Duschgel von Yves Rocher bei mir einziehen. Bis auf den weißen Rock von H&M habe ich sonst alles von französischen Marken gekauft, die in Deutschland nicht erhältlich sind – und das finde ich echt ganz cool, schließlich kaufe ich zu Hause ja doch immer nur in denselben Geschäften. Wie gefällt euch meine erste Ausbeute? Habt ihr auch Marken, die ihr am liebsten im Urlaub oder im Ausland kauft?

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Eye shadow, shower gel, body lotion – Yves Rocher / Trenchcoat – Camaïeu / Blue skirt – Naf Naf / White Skirt – H&M / Conditioner – Le petit Marseillais /

Guilty Pleasure – Shopping in Lyon

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Die Namen meiner Nachbarschaft lauten Hermès, Louis Vuitton, Montblanc, Cartier und Longchamp – es hat schon etwas, direkt über einer Fußgängerzone zu wohnen! Fast direkt gegenüber von meiner Haustür befindet sich das französische Luxuskaufhaus “Printemps”, in das ich mich schon in Paris verliebt hatte (hier). Und ich kann jetzt schon die Male kaum zählen, wie oft ich bereits durch die Handtaschenabteilung gestreift bin und die Designerware angeschmachtet habe. Denn eins konnte ich hier in Lyon auf jeden Fall in Erfahrung bringen: Die knisternde Herbstluft, die wunderschönen Fassaden, das Karussell und die Luxusboutiquen machen jeden Schaufensterbummel zu etwas Besonderem!

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Sehen die Fassaden der Luxusboutiquen nicht traumhaft aus? Sie erinnern mich jedes mal an Frühstück bei Tiffanys oder Gossip Girl… und ich spüre, in diesen Geschäften werde ich mich noch oft verlieren können. Egal, ob ich mit Freundinnen einen Chai Latte in der Nachmittagssonne getrunken habe und dann mit ihnen losgezogen bin, oder mit glänzenden Augen allein durch die Innenstadt streife, es macht mich jedes Mal glücklich, auch wenn ich nichts kaufe. Schön ist es auch, dass so viele Franzosen die Liebe zum Einkaufen mit mir teilen. Denn anscheinend scheint es ganz normal zu sein, dass ein junges Mädchen neben mir auf der Bank einen charakteristisch weiß glänzenden Chanel-Karton zum ersten Mal öffnet und mit ihrer Freundin über den Inhalt kreischt – und das auch noch vor der Kulisse des wunderschön beleuchteten Brunnen, den ihr auf den Bildern seht.

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Wie ihr vielleicht wisst, habe ich eine Schwäche für Designerhandtaschen und daher hätte ich große Lust, mir hier ein Andenken in Handtaschenform mitzunehmen – aber zum Glück muss ich das nicht im Moment entscheiden, sondern habe dafür noch ein paar Monate Zeit. Vielleicht zu meinem 21. Geburtstag, wer weiß? Die Marke Furla hat es mir schon sehr angetan, aber als ich die babyblaue und rosane Pradatasche erblickte, die ihr unten auf den Bildern seht, war ich fast einer Ohnmacht nahe. Lifegoals found! Nicht, haha, bei diesen unerreichbaren Preisen. Aber schauen (und fotografieren) wird ja wohl noch erlaubt sein.

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ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Einblick in das Shoppingparadies von Lyon ein wenig den Start ins Wochenende versüßen. Was ich mir bereits alles gekauft habe, zeige ich natürlich ganz bald hier!

A new Home

IMG_9855IMG_9987Es ist sicherlich in jeder größeren Stadt schwierig, ein gutes Zimmer, eine schöne Wohnung oder eine nette WG zu finden. Da ich für Lyon sehr lange auf der Suche war, weiß ich jedenfalls, dass es scheinbar unmöglich ist, hier etwas Gutes zu finden. Das war auch der Grund, weshalb ich mich im Juni und Juli dauerhaft am Rand der Verzweiflung befand – ich hatte einfach schreckliche Angst, nichts mehr zu bekommen. Umso dankbarer bin ich für den glücklichen Zufall, durch den ich zu der Wohnung, in der ich jetzt wohne, kam. Nur durch eine zufällige Frage hat sich das alles ergeben – hätte ich sowas in einem Roman gelesen, hätte ich ihn als zu unrealistisch bezeichnet, so verrückt war das!IMG_9742IMG_9890Als ich jedenfalls am Abend meiner Ankunft zum ersten Mal den Schlüssel zückte und den stillen und dunklen Bauch des Gebäudes betrat, war ich schon sehr beeindruckt. Drei Flügel, schwere Holztüren, ein Innenhof, Wendeltreppen aus Stein. Meine Freundin und ich ließen uns von den weißen Holztüren empfangen, stellten unsere Schuhe auf den dunklen Parkettboden. Weißer Stuck und grau gestrichene Wände ließen mich gleich davon träumen, wie ich die Wohnung einrichten würde, wenn sie mir gehörte.  Ich sah schon alles vor mir – Frühstück im Bett, DVD Klassiker auf der Ledercouch und Mittagessen hinter den sonnenbeschienen Fenstern der Küche.IMG_9842IMG_9853Mittlerweile habe ich mich schon sehr gut an mein neues Zuhause gewöhnt. Wenn ich nachdenken muss, stelle ich mich gern an die großen Fenster, die auf den Innenhof hinaus gehen. Hinter romantisch verschnörkelten Fenstergittern aus Eisen recken sich die Schornsteine der Stadt dem Himmel entgegen. Wenn ich ganz nah heran gehe, sehe ich, wie tief es runter in den Innenhof geht, und wenn ich morgens lüfte, wehen die weißen Vorhänge verträumt im Wind hin und her. Eingewickelt in meine Bettdecke befinde ich mich im Herzen der Stadt, und bin doch ganz für mich allein. Ein Ort der Geborgenheit.IMG_9885IMG_9880Auch als meine Freundin und ich zum ersten Mal aus dem Haus gingen, waren wir überrascht, wie schön die Stadt und die Straße tatsächlich ist. Jedes Haus reckt sich mit seinen kunstvollen weißen Giebeln oder roten Ziegeln dem blauen Himmel entgegen und steht der Schönheit Paris’ in nichts nach. Neben den zahlreichen Geschäften wie Zara & Co, die wie alte Freunde hinter Steinbögen auf mich warteten, gibt es ebenfalls ein altes Kinderkarrussel in typisch französischem Charme in „meiner“ Straße. Außerdem eine Art Wasseranlage, ein Kino, zahlreiche Restaurants und Boutiquen über Boutiquen. Jedes Mal, wenn ich aus der Tür trete, begrüßt mich ein riesiges Glücksgefühl: Ich befinde mich direkt im Geschehen inmitten der vielen Menschen, der Geschäfte und der prickelnden Herbstluft.IMG_9826IMG_9718Die zentralste Straße der Stadt, und auch nach einigen Aussagen die Schönste. „Meine“ Straße. Es fühlt sich gut an, das zu schreiben, denn es fühlt sich schon jetzt wie ein Zuhause an. Am anderen Ende findet sich das Rathaus und die Oper, am entgegengesetzten Ende ein großer roter Platz. Der Glücksfall, der mir ermöglicht hat, hier einzuziehen, erfüllt mich immer noch mit so großer Ehrfurcht und Dankbarkeit. Vielleicht werde ich nie wieder in einer so schönen und zentralen Wohnung wohnen, wer weiß? Aber für den Moment genieße ich es einfach. “Meine Straße”, „Meine Wohnung“. Es fühlt sich gut an, das zu schreiben, denn es fühlt sich schon jetzt wie mein Zuhause an.

Today’s Happiness & Favourite Food

IMG_9922IMG_4424IMG_0163 Meine Lieben, ich begrüße euch auf meinem frisch umgezogenen Blog alissaloves.de! Auch wenn ich viel Hilfe hatte, ist es doch viel mehr Arbeit als man denkt, alles wieder so einzustellen, dass es aussieht wie vorher. Ich bin aber sehr froh, dass ich den Schritt gewagt habe, da ich jetzt endlich unbegrenzt bloggen kann! Heute möchte ich euch zeigen, was mich hier in Lyon schon besonders glücklich gemacht hat – es geht ums Essen.

Life is about eating your favourite food. Ein Zitat, das auf dem bekanntesten Markt von Lyon  im Viertel Croix Rousse eine ganz neue Bedeutung bekommt. Mein zweites Mal dort konnte ich noch viel intensiver genießen: Buntes Treiben, geflochtene Körbe, viele hungrige Franzosen. Die Reichhaltigkeit und Schönheit der Natur wird in Hülle und Fülle präsentiert. Lebensmittel müssen nicht wie im Supermarkt perfekt aussehen, sondern einfach nur schmecken. Noch dazu präsentieren sie sich in schön angerichtet in kleinen Metallschalen oder Holzkörben. Ich konnte mich kaum satt sehen!IMG_9926IMG_0134IMG_4432Auf den Bildern seht ihr ein paar Eindrücke sowie meine Ausbeute: Erdbeeren, die hier tatsächlich noch schmecken (und dazu nur 2 Euro kosten), meine neue Sucht: Feigen, rote und gelbe Babytomaten (sehen sie nicht entzückend aus?!), Blattspinat, Avokados, Nektarinen, Äpfel, Bananen und ein herrlich süßer Apfelsaft.

Der Markt gilt als Günstigster in Lyon und da Lebensmittel in Frankreich teurer sind als in Deutschland, ist es wirklich das Paradies. Feigen, Weintrauben, Pfirsiche, Nüsse, Beeren, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten… wie echte Franzosen haben wir alles stilecht und voll von Glücksgefühlen auf unserem neuen Lieblingsmarkt erstanden, und ihr werdet mich auch in Zukunft mindestens einmal die Woche dort finden. Doch auch wenn man nur kurz in Lyon ist, sollte man sich das bunte Markttreiben und die regionalen Köstlichkeiten nicht entgehen lassen!IMG_9918IMG_0173Als wir danach noch durch das Viertel schlenderten, kamen wir an einem kleinen Platz vorbei, von dem aus wir einen wahnsinnig schönen Blick über die ganze Stadt hatten. Fahnen wehten im Wind, so bunt wie die Einkäufe in unseren Tüten, und die Sonne hat richtig glücklich gemacht. Nächstes Mal muss ich unbedingt mehr von der wahnsinnig süßen Ananas probieren!! Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende!IMG_0167

Things to do in Lyon

Seit zwei Wochen bin ich nun Einwohnerin dieser fantastischen französischen Stadt. Natürlich haben meine Freundin und ich trotz des anstrengenden Uni-Vorbereitungskurses bereits die Stadt erkundet, und selbstverständlich will ich euch die Entdeckungen der schönsten Ecken, Erlebnisse und Gedanken nicht vorenthalten. Deshalb finden ihr hier und in weiteren Posts, was wir schon gesehen, gegessen und besucht haben.

Eine süße Sünde, bitte | Macarons sind ja in Deutschland nicht sehr einfach zu bekommen, und das selber Machen dauert Stunden. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, mir in Frankreich jederzeit einen Macaron kaufen zu können. Meinen ersten holte ich mir bei einem der besten Pâtissier der Stadt, direkt am Place Bellecour. Geschmacksrichtung? Himbeer. Sehr empfehlenswert. Am nächsten Tag dann die günstigere Variante von McDonalds in der Geschmacksrichtung Schokolade. Und oh mein Gott, der war so unglaublich lecker – wie ein Stück des Himmels mit flüssigem Schokoladenkern! Ich brauche mehr davon! IMG_9703

La vie universitaire | Nicht nur für Studenten ist meine Uni „Université Lumière Lyon 2“ einen Besuch wert, denn das Gebäude ist alt und in meinen Augen sehr schön – die Architektur und bepflanzten Innenhöfen sind beeindruckend. Neben den weniger schönen Seiten – zugigen Toiletten, alten Klassenzimmern, Steckdosenmangel und kaum vegetarisches Essensangebot – ist die Lage auf jeden Fall ein Pluspunkt, denn die Uni liegt direkt am traumhaften Ufer der Rhône.IMG_9755Die Altstadt – Das „Vieux Lyon“| Wenn man die Saône überquert, befindet man sich gleich in der Altstadt. Und die ist wirklich herzallerliebst! Überall sind kleine Gässchen, bevölkert mit Menschen, die auf den Straßen sitzen und sich ihre typisch lyonesischen Menus schmecken lassen. Rotkarierte Tischdecken, Straßenmusik, herumeilende Kellner auf Pflastersteinen… herrlich.IMG_9646Der Ausklang des Sommers | Dort haben wir uns auch gleich eine Kugel Eis bei einer Bioeisdiele geholt, die so viele Sorten anbietet, dass wir einfach dort anhalten mussten. Unter den bestimmt 50 verschiedenen Sorten waren die verrücktesten Mischungen dabei – Honig Rosmarin, Schimmelkäse, Tomate mit Basilikum und viel mehr. Wir haben uns für Karamell mit Meersalz entschieden, was absolut die richtige Entscheidung war. „Une boule caramel de la crème salée, s’il-vous-plaît“ – und die herrlich salzig-süße Kugel konnte uns in der Abendsonne auf der Zunge zergehen.IMG_9807

University Life Lately

IMG_0069Wörterbücher, Aufsätze, Uniräume und Stundenpläne – das beschreibt die letzte Woche ziemlich gut. Vor ein paar Monaten konnte man sich für einen Vorbereitungskurs an meiner neuen Uni hier in Lyon anmelden, der extra für ausländische Studenten gedacht ist. Da dieser normalerweise fast 400 Euro kostet und er uns als Studenten aus Frankfurt (der Partnerstadt von Lyon) gratis angeboten wurde, dachte ich, dass mir das ja bestimmt nicht schaden wird. Ein kleiner Sprachkurs, zur Auffrischung der Sprachkenntnisse, zum Kennenlernen neuer Leute und der Uni. Die Sprachkurse fänden ein paar Stunden vormittags statt. Dachte ich.

Wie sich heraus stellte, kam es ganz anders. Wir wurden zu Beginn mit einem enorm vollen Stundenplan und Hausaufgaben en masse überschüttet. Dafür fällt mir wirklich kein anderes Wort ein als Boot Camp! Daher war die Woche sehr anstrengend und sehr emotional. Jeder Tag war eine Abwechslung aus Überforderung, Freude über Neugelerntes und neue Freunde, unglaublich langweiligen Unterrichtsstunden, diversen Nervenzusammenbrüchen, Mittagspausen am Rhône-Ufer in der Sonne, Selbstzweifeln, manchmal sogar Tränen, und endete mit einer Nacht der Hausaufgaben, die meine Freundin und ich mit tiefen Augenringen vorm Schreibtisch verbrachten.

Deshalb musste ich wirklich laut lachen, als ich gestern auf Instagram diesen Spruch las: “Is it too early in the semester to have a mental breakdown yet?” Die Antwort lautet: Nein! Und es ist ja sogar nur die Semestervorbereitung gewesen, haha. Aber ich sehe natürlich auch gern die positiven Seiten: ich habe schon viel gelernt über die Methoden, die in französischen Unis benutzt werden und die ich auch anwenden werden muss. Ich habe super nette Menschen kennen gelernt, mein Französisch bereits ein kleines bisschen verbessert und vor allem nach diesen 2 Wochen bereits 4 Credit Points in der Tasche.IMG_0073Und heute, nach 5 Stunden Klausuren und einem enormen Schlafmangel können wir endlich sagen, dass wir es geschafft haben – und das ist ein tolles Gefühl. Jetzt muss ich nur noch nächste Woche eine Klausur hinter mich bringen und hoffe, dass dann endlich ein geregelter Alltag für mich losgehen kann. Denn ja, natürlich will ich hier viel lernen. Aber diese 2 Wochen haben mir auch vor allem gezeigt, was ich nicht will: Die Tage und Abende nur in der Uni und am Schreibtisch verbringen und meinen ganzen Alltag nur auf Leistung ausrichten. Stattdessen will ich diese Stadt erleben, die Leute und die Kultur, die Umgebung und so viel entdecken und ausprobieren wie nur möglich!!

So, jetzt haben meine Freundin und ich uns nach diesem Stress wirklich eine Belohnung verdient. Nachdem wir schon essen waren, werden wir uns jetzt mit Gossip Girl, Tee und Schokopudding ins Bett kuscheln. Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag!