Schlagwort: Lyon

Ein Lebenszeichen

IMG_4183Bonjour mes amis! Ich sitze gerade mit meiner lieben Freundin in einem kleinen Café mitten in Lyon, trinke eine heiße Schokolade – un chocolat chaud <3 -,und finde es ganz fantastisch, dass andere Studenten hier ebenfalls mit ihren MacBooks im Schaufenster sitzen und das freie Wlan ausnutzen (das Wlan funktioniert nämlich noch nicht in meiner Wohnung). Heute vor einer Woche bin ich in meiner neuen Stadt angekommen. Und ich musste daran denken, was ich mir am Tag vor meiner Abreise alles für Gedanken gemacht hatte.

Der Himmel war rosa und es regnete. Das Leben ist schön. Schon jetzt spürte ich die Sehnsucht; wie sehr würde ich das alles vermissen. Sommerregen prasselte auf den heißen Asphalt. Die letzten Tage verbrachte ich in stillem Genuss: Ich betrachtete mein Zuhause mit anderen Augen, mit den Augen einer Fremden. Es wird mir fehlen, meine Familienmitglieder anhand ihrer Schritte im Treppenhaus erkennen zu können, die Pfote meiner Katze auf meiner Haut zu spüren. Die ausgefransten Läufer, sogar die werden mir fehlen. Aber am Meisten die Menschen – alle meine Lieben. Ich lag lesend im Bett, während ich über all das nachdachte. Der Regen prasselte durch das offene Fenster… Eine andere Facette des Sommers, genauso wunderbar.

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Auch wenn ich aufgeregt war, spürte ich eine große Ruhe in mir. Ich sah alles schon genau vor mir: Wie ich mit meiner Freundin 6 Stunden im Zug sitzen würde, und wie wir erneut über alles redeten, worüber wir Angst hatten und uns freuten. Was wir noch erledigen müssten (Bankkonto, Handyvertrag, Haftpflichtversicherung) und welche Sehenswürdigkeiten wir bei unserem ersten Stadtrundgang anschauen wollten. Oder ob wir uns beim Erkunden unseres neuen Zuhauses einfach treiben lassen würden.

Wie wir abends in “meiner” Wohnung sitzen und etwas kochen würden, vielleicht Miraculi. Und wie wir ein paar Tage später zusammen den universitätsvorbereitenden Sprachkurs besuchten.
Ich sah vor mir, wie ich abends aus meinem Dachfenster nach draußen schauen, ein Buch lesen, den Schreibtisch vors Fenster schieben, im Bett Gossip Girl schauen würde. Wie ich mit meinen Lieben skype und auf den riesigen Märkten der Stadt einkaufen gehe. All das sah ich schon so genau vor mir, als wäre es bereits passiert. Und ich fühlte mich sehr wohl in meiner Zukunft.

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Um es kurz zu machen: mehr oder weniger ist alles genauso oder noch besser, als ich es mir vorgestellt habe. Seit einer Woche ist mein Leben so voller neuer Eindrücke und Impressionen, und ich liebe es. Es geht mir hier wunderbar. Auf dem Foto ganz oben seht ihr das Ufer der Rhône, direkt gegenüber von der Uni. Fotos können nicht annähernd beschreiben, wie schön ich die Stadt finde. Aber zurück zu dem Café, in dem ich sitze: Die heiße Schokolade schmeckt toll, und neben mir liegt mein Tagebuch, um alle neuen Erlebnisse gleich festzuhalten. Ich freue mich schon sehr darauf, sie mit euch zu teilen!

Packing…

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Ich melde mich kurz aus einem einzigen Chaos, da das Packen für 4,5 Monate mein Zimmer ziemlich verwüstet hat. Auf den Bildern seht ihr die Schmuckauswahl, die mitkommen darf – ich muss mir nur noch überlegen, wie ich alles verpacke, ohne dass sich alles restlos verheddert. Ich bin aber ziemlich erleichtert, dass fast alles verstaut ist und dass es bis jetzt so aussieht, als ob ich nur 2 Koffer brauchen würde. Das erste, was im großen Koffer gelandet ist – ratet mal? – sind meine Nachttischlampe, 11 Bücher und die Hälfte aller Gossip Girl Staffeln. Gefolgt von meinem XXL Rosa-Flausch-Bademantel, den ich über alles liebe. Ihr merkt, ich will sichergehen, dass ich mich auch zu 100% wohl fühlen kann. Ich bin schon so gespannt auf erste Eindrücke nach der 6-stündigen Bahnfahrt heute. Ich weiß noch nicht, ob in ‘meiner’ Wohnung bereits das Wlan eingerichtet ist, deshalb weiß ich noch nicht, wann ich mich wieder melden kann. Jetzt muss ich schon Schluss machen, denn gleich heißt es schon.. Au revoir Allemagne, Bonjour la France!IMG_9595IMG_9601

Goodbye Party

IMG_9550 Da ich Deutschland bereits morgen den Rücken zukehren werde (Näheres hier), feierte ich letztes Wochenende eine Abschiedsfeier, um meine Lieben alle noch einmal sehen zu können. Die vielen Emotionen und Freunde machten den Abend zu etwas ganz Besonderem. Daher hier ein kleines “Rezept” für eine gelungene Abschiedsfeier:IMG_9576Feelings. Dankbarkeit für wahnsinnig tolle Freunde und einen wunderbaren Freund. Eine große Prise Vorfreude, vor allem auf Eclairs und Macarons und die neue Stadt. Wehmut bei dem Gedanken an das Zurücklassen, an das Verpassen. Große Erwartungen, die Gier nach neuen Erfahrungen. Angst vor fehlendem Vokabular und gleichzeitig die Vorfreude darauf, die eleganteste Sprache der Welt bald jeden Tag um mich herum zu haben und meine Sprachkenntnisse hoffentlich jeden Tag ein Stück zu verbessern. Und nicht zuletzt natürlich die Absicht, diesen letzten Abend mit Allen in vollen Zügen zu genießen!IMG_9542Location. Aufgrund einem Mangel an genügend Stühlen haben wir alle draußen auf Decken, Kissen und Liegestühlen gesessen und ich fand das sehr gemütlich – vor allem, als es dunkel wurde. Kerzenschein im dunklen Garten, laute Geschichten, die die Luft mit Wiedersehensfreude erfüllten… herrlich.IMG_9567Dekoration. Pinterest ist nicht ganz unschuldig daran, dass ich seit geraumer Zeit ganz vernarrt in sogenannte “Sweet Tables” bin. Dies sind Tische oder Ecken, die zu Feiern oder Anlässen mit einem bestimmen Motto oder Thema aufgebaut werden. Normalerweise befinden sich auch noch Süßigkeiten darauf, aber da wir sowieso fast schon in Nachspeisen ertrunken sind, dachte ich, spare ich mir das. Ich entschied mich für Servietten und Ballons in den Farben Frankreichs, dazu ein paar mädchenhafte Details wie die pinken Strohhalme und ein kleiner Eifelturm. Für die Girlande habe ich einfach nur Servietten über eine Kordel zusammen getackert und aufgehängt. Außerdem habe ich einen Stadtplan an die Wand gehängt, auf dem ich für meine Gäste mit rosa Post-its kennzeichnete, wo meine Wohnung und wo die beiden Uni-Campi liegen.IMG_9540IMG_9511Food.Jeder brachte etwas mit. Je mehr Stimmen den Garten füllten, desto voller wurde das Buffet. Selbstgemachte Guacamole. Gemüse zum Dippen, Nachochips, Hotdogs, Brezeln, Tomate-Mozarella und Nudel- und Grüner Salat, Nachosalat, Obstsalat (Wassermelone, Nektarinen und Weintrauben in einer ausgehöhlten Melone). Brownies mit American Cheesecake und Blaubeeren-Topping, Cookieweintraubencreme, Beerenauflauf, klassische Schokoladenbrownies, Marmorküchlein in Herzform mit bunten Streuseln, und französische Madelaines, direkt aus Frankreich importiert. Alle Gerichte kann ich wirklich sehr empfehlen. So viel Liebe für gutes Essen!IMG_9558IMG_9562Musik. Meine liebsten Gute-Laune-Lieder zurzeit: Intoxicated von Martin Solveig, Blue von Marina and the Diamonds, Eyes shut von Years&Years, Poison von Rita Ora, Sugar von Robin Schulz, We roam von Lena und Goodbye von Feder feat. Lyse.IMG_9539 Ich musste oft Tränen der Rührung unterdrücken, als Einige mit rosanen Geschenktüten oder kleinen Beutelchen ankamen, um mir etwas auf die Reise mitzugeben.

Am nächsten Morgen stand ich im Pyjama mit einer Tasse Zitronentee im Garten in der Sonne, schaute den Ballons beim Tanzen zu und dachte darüber nach, was ich für tolle Freunde habe und wie sehr ich alle vermissen werde. Danke nochmal an alle! <3IMG_9572

Exciting News! Mein Auslandssemester

Ihr Lieben – bald wird sich etwas Bedeutendes in meinem Leben verändern. Ich werde umziehen, in ein anderes Land. In das Land der Liebe, der Macarons und Eclairs; genauer gesagt in die Stadt Lyon. Ich habe die Chance, dort mein drittes Semester als ein Auslandssemester zu absolvieren. Lyon ist nach Paris und Marseille die 3. größte Stadt Frankreichs und in nicht mal einer Woche werde ich dank einer glücklichen Fügung im Herzen der Stadt wohnen, zwischen den beiden Flüssen Saône und Rhône. Ich werde zum ersten Mal länger von zu Hause weg sein, mit fremden Menschen zusammen wohnen, auf einer fremden Sprache studieren, mich aus meinem vertrauten Umfeld heraus wagen. Ich freue mich schon so sehr, die Stadt mit meiner Freundin zu erkunden und, auch wenn es noch ein bisschen hin ist, jetzt schon auf das alljährliche Lichterfest, das im Dezember um meinen Geburtstag herum alle Gebäude in bunte Lichterspiele tauchen wird.

Aber erst mal – wie ist es dazu gekommen? An meiner Uni wurde Werbung gemacht, sich für ein Stipendienprogramm zu bewerben, mit dem man ins Ausland gehen kann. 10 Tage vor dem Einsendeschluss erfuhren meine Freundinnen und ich, dass man sich nur einmal im Jahr bewerben kann. Wir haben wirklich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen – eine Online-Bewerbung, Lebenslauf, ein Motivationsschreiben auf (gutem!) französisch und und und… wie sollten wir das alles in 10 Tagen, ohne Plan und Ansprechpartner und mitten in der Prüfungsphase schaffen? Außerdem wurde mir so gut wie jedes Mal gesagt, dass ich als Erstsemester so gut wie gar keine Chance habe, genommen zu werden. Nachdem ich die Unterlagen in ein paar stressigen Tagen zusammen gestellt hatte, überlegte ich tatsächlich, sie überhaupt nicht abzugeben, da meine Chancen ja anscheinend sowieso aussichtslos waren. Einer Eingebung folgend gab ich sie doch ab… und erhielt erstaunlicherweise bereits im Februar die positive Nachricht: ich wurde sowohl in das Stipendienprogramm als auch an der französischen Universität aufgenommen. Jetzt ist dieses halbe Jahr der Vorbereitung so schnell umgegangen, und meine Reise steht so kurz bevor. Was lernen wir daraus? Immer alles versuchen, und sich nicht von anderen klein reden lassen. Immer an sich glauben und jede Chance wahrnehmen.

“Decide that you want it more than you are afraid of it” ist mein Mantra geworden für die vergangenen Monate. Da französische Unis anscheinend überhaupt nichts von Organisation oder so etwas wie Vorlesungsverzeichnissen halten, war das Zusammenstellen der Kurse für das Auslandssemester (ich musste das ungefähr im Mai abgeben) eine einzige Katastrophe und ich habe sogar manchmal überlegt, ob ich das Bewerbungsverfahren nicht einfach abbrechen soll, weil mich das alles so viel Zeit und Nerven gekostet hat. Das Wort “Learning Agreement!!!” (also meine Kurszusammenstellung und andere Dokumente, die man bis zu einer Frist in Frankreich einreichen musste, um den Platz endgültig zu bekommen), stand ungefähr 3 Monate mit 3 dicken Ausrufezeichen auf meinen To-Do-Listen. Und ich hasse es, wenn etwas so lange dort steht! Jetzt bin ich selbstverständlich froh, nicht aufgegeben zu haben.

Natürlich habe ich auch heute noch manchmal ein mulmiges Gefühl bei der Sache – Angst, dass ich meine BahnCard verliere oder in der Uni nichts verstehe oder dass die Bibliotheken dort keine deutsche Roman-Abteilung haben. Dass ich zu großes Heimweh haben werde. Außerdem flößt mir das Unigebäude schon auf Bildern (ihr seht es auf den Fotos links und rechts) großen Respekt und Ehrfurcht ein. Aber dafür ist es auch wunderschön, wie es da direkt am Flussufer liegt. Trotz allen Ängsten überwiegt die Vorfreude auf die vielen neuen Erfahrungen und das Datum meiner Abreise, auf das ich jetzt schon seit Februar gespannt warte. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit auf die Reise kommt!

Bildquellen: Pinterest und folgende Seiten:  / https://de.wikipedia.org/wiki/Lyon / http://www.lilies-diary.com/lichterfest-in-lyon-winterdepression-adieu/  / http://www.uq.edu.au/uqabroad/universite-lumiere-lyon-2  / http://www.meilleures-licences.com/licence-economie/universite-lumiere-lyon-2-licence-sciences-economiques-et-gestion.html / http://goista.com/lyon-the-gastronomic-epicentre-of-france/