Schlagwort: thoughts

Summer Dresses

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In 2 Tagen ist es soweit – der April steht vor der Tür. Ein Monat, der Verheißung mit sich bringt. Auf längere Tage, laue Abende, auf Oster Brunchs und Marmeladen Croissants. Er kündigt den Frühling an, und lässt mich schon jetzt vom kommenden Sommer träumen. Ein frisch einsortierter Kleiderschrank erhöht nur noch mehr meine Vorfreude. Und wenn ich die linke Tür meines Schranks aufschiebe und reinschaue, dann sehe ich sie – meine Sommerkleider.

Mit dem perfekten Sommerkleid fühlst du dich unbesiegbar. Du hast den ganzen Tag ein leichtes, schwebendes Gefühl, und nichts kann dir an diesem Tag etwas anhaben. Für diese Saison habe ich mich ganz besonders in Etui-Kleider verliebt. Meiner Meinung nach sollte ich mir bald ein Neues zulegen – denn wenn ich die Schranktür noch ein bisschen weiter aufschiebe, sehe ich vor allem Erinnerungen.

Ich berühre mein himmelblaues Lieblingskleid mit weißer Spitze, das ich auf einer Firmung anhatte, und in dem ich zum ersten Mal in diesem Jahr Erdbeerkuchen gegessen habe. Außerdem durfte ich in diesem Kleid letztes Jahr endlich mein Abiturzeugnis entgegen nehmen. Ich lächele mein bodenlanges weißes Kleid an, das ich in Barcelona gekauft und auf Sommerpartys ausgeführt habe. Das Zara-Kleid mit den roten Mohnblumen begleitete mich in die schönsten Ecken der griechischen Insel Kos, und in dem schwarz-weiß Gestreiften eroberte ich Paris an einem warmen Septembertag.

So viele Kleider, und ebenso viele wunderbare Erinnerungen an den Sommer, an unbeschwerte Tage. Ich glaube, diesen Monat ist es an der Zeit, weitere glückliche Erinnerungen zu schaffen.. und mir ein neues Kleid zu kaufen.

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Alle Kleider habe ich hier gefunden. Die Schuhe findet ihr hier.

Plan B

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Keep moving forward, sagen sie. Stattdessen holt es mich immer wieder ein, das Gefühl, still zu stehen. Es geht nicht voran, die Ziele schweben immer noch in unerreichbarer Nähe. Die Welt sehen, erfolgreich sein. Sport treiben, immer motiviert, immer für die Herausforderung bereit. Gesund essen, dem Brownie widerstehen zu können. Sich nicht streiten, immer dankbar sein. Ausgeglichen, glücklich sein. Wieso sieht das bei Anderen so leicht aus?

We always crave what we dont have, sagen sie, altklug. Sie haben aber ja auch bereits alles. Mit 19 schon die ganze Welt gesehen. Mit 20 schon vom Bloggen leben können, am besten noch ein Buch geschrieben haben. Die Givenchy Antigona steht abreisebereit auf dem Schreibtisch, ab nach New York. Und ich? Ich sitze hier und alles ist wie immer. Wo ist mein Abenteuer? Die Ergebnisse meiner großen Träume? Habe ich einen Fehler gemacht? Hätte ich auch einfach in ein anderes Land fliegen, in eine andere Stadt ziehen sollen?

Ich lebe unter einer Kuppel aus Glas, meiner eigenen Welt mit meinen Träumen, meinen Regeln. Wenn etwas schief geht, habe ich versagt. Wenn es nicht klappt, ist es meine Schuld. Bei Enttäuschungen bin ich am Boden zerstört. Dann hör auf, immer so große Erwartungen zu haben, flüstert meine innere Stimme. Hör auf, immer alles zu planen!

Viel zu groß geträumt. Geht das überhaupt? Dream Big, sagen sie. A negative mind will never give you a positive life. Aber irgendwann laufe ich Gefahr, nur noch zu träumen. Ich baue Luftschlösser, ärgere mich, wenn sie in sich zusammen fallen. Dabei liegt es vielleicht gar nicht immer an mir, an uns. Nur weil wir uns unsterblich fühlen, heißt das nicht, dass wir verschont werden.

Und dann steht sie vor mir, die Erkenntnis. Es muss gar nicht immer alles perfekt sein. Es gibt auch einen Plan B. Bei dem ich nicht völlig übersehe, was ich alles habe. Bei dem ich erkenne, dass vielleicht jeder Tag bereits mein Abenteuer ist.

Be patient, the best things happen unexpectedly!, ruft Tumblr mir zu, und ich rufe: Ja, natürlich! Always believe something wonderful is going to happen, lächelt Pinterest, und ich strahle zurück.

Mein Plan für die Zukunft, mit Enttäuschungen umzugehen: sich selbst nicht so ernst nehmen. Mehr auf sich zukommen lassen. Sich distanzieren von dieser chromweißen Instagram welt, in der jeder so selbstverständlich seine Träume lebt. Luftschlösser bauen, und einen Plan B haben, wenn sie in sich zusammen fallen. Oder gar keinen Plan. Dankbar sein. An sich arbeiten. Vertrauen.

If ‘Plan A’ didn’t work: the alphabet has 25 more letters!

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Nach Hause kommen

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Es ist Freitag Nachmittag, 16:00 Uhr. Meine Schwester hat heute ihre erste Abitur-Klausur geschrieben. Erleichterung, Aufseufzen, ein Drittel ist geschafft. Zur Belohnung gibt es Nachosalat und von mir das superleckere Dessert, das ihr auf den Bildern seht, für das fleißige, ausgehungerte Mädchen. Ich freue mich mit ihr. Wenn ich es erst rum habe, seufzt sie mit glasigem Blick, dann bin ich frei! Dann kann ich shoppen gehen, und alles machen was mir in den Sinn kommt! Das wird so herrlich!

Ich nicke bekräftigend, weil ich noch genau weiß, wie ich mich vor einem Jahr gefühlt habe. Und gleichzeitig fühle ich mich seltsam leer, frei schwebend ohne richtiges Ziel. Ich kann alles machen was mir in den Sinn kommt, bin frei. Und trotzdem ist der Tag irgendwie blöd. Es regnet, und ich habe nichts gegessen außer Schokolade und dem Nachtisch und fühle mich so.. ungesund. Ein richtiger Kopfschmerztag, ohne große Probleme, aber auch ohne jegliche Freude. An dem ich zu nichts Lust habe. Und das ging schon die ganze Woche so..

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Am nächsten Tag steht mein Onkel strahlend vor mir. Ich werde das restliche Wochenende bei meinen Verwandten verbringen und ich muss sagen, ich bin noch etwas skeptisch. Aber einmal angekommen, wird mir das Abendprogramm so streng diktiert, dass ich gar keine Zeit mehr habe darüber nachzudenken. 1) Heiße Dusche, 2) 30 Minuten in der hauseigenen Sauna und 3) eine halbe Stunde auf der Massage-Liege, ordnet meine Tante an. Nach Kokosnussöl duftend und im Bademantel sitze ich schließlich beim Abendbrot, es gibt Schwarzbrot mit Frischkäse und Radischen, dann eine Tierdoku im Fernsehen. Ich werde mit Decken eingekuschelt, Tee und Obstsalat werden mir an die Couch geliefert, während ich Fuchsbabys und Papageientaucher bestaune. Ich muss keinen Finger rühren, und plötzlich fühle ich mich wieder wie der 6-jährige Zwerg, der hier jede seiner Ferien verbracht hat, in genau diesem Rythmus, in genau dieser Geborgenheit. Und es ist einfach schön. Einfach alles, was ich gebraucht habe.

Um 22:00 Uhr heißt es Husch, husch, ins Bett! Noch ein bisschen lesen und dann Licht aus, der Schlaf vor Mitternacht sei ja bekanntlich am Besten. Auch mal schön, in letzter Zeit komme ich nämlich fast nie vor 1 ins Bett. Es hat sich wirklich gar nichts verändert. Naja, eine Sache schon: dass ich darum bettele, mit ihrem Automatik-Wagen zu fahren (das einzige Auto, das ich gerne fahre), und auch gelassen werde. Jetzt fühle ich mich viel besser, irgendwie zur Ruhe gekommen. Ich wäre nicht darauf gekommen, dass ich mich nach einem Mal nochmal Kind sein so viel besser fühlen würde.

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P.S: Der Nachtisch war trotz allem köstlich. Alles was ihr braucht, ist ein Gemisch aus geschlagener Schlagsahne und Joghurt, aufgetaute Tiefkühl-Waldbeeren mit ein bisschen Zucker und zerkrümelte Leipniz-Kekse. Alles in ein Glas schichten et Voilà!

P.P.S.: Wenn alles nichts wird, werde ich einfach Food Fotografin. Es macht so viel Spaß, Essen zu fotographieren!

Lost

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Aus der Zeit des Abiturs habe ich gelernt, dass ich Proritäten setzen muss. Ich dachte, ich wüsste das schon lange: Die Priorität ist das Lernen und die Schule, ist doch klar. Es heißt nicht umsonst erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Doch wenn dich jeder Filmabend unruhig macht, du Verabredungen absagst, Hobbies Lebewohl sagst und bei allem was Spaß macht, ein schlechtes Gewissen hast, dann hast du die Prioritäten falsch gesetzt.

Im Endeffekt bleiben uns nur Momente, Erinnerungen, Pläne und Menschen. Noten, schulische Erfolge werden nach einigen Wochen, Monaten nutzlos. Vielleicht bist du noch ab und zu stolz auf sie, aber sie bedeuten dir nichts. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich Ende Februar eine Verabredung aus eben diesem “schlechten Gewissen” so kurz vor den schriftlichen Abitur-Prüfungen abgesagt habe. Und bis heute bereue ich es. Nicht nur, dass ich eine weitere Erinnerung gehabt hätte, die vielleicht das ‘Für Immer’ überdauert hätte – ich glaube auch kaum, dass ich wegen diesem einen Tag ohne Lernen insgesamt schlechter abgeschnitten hätte. Nach dieser Zeit voller Entbehrungen (ich war von November bis März kein einziges Mal shoppen, verdammt!) habe ich mir vorgenommen, nie wieder etwas Anderes über das zu stellen, was mir wirklich wichtig ist.

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Manchmal fühle ich mich verloren in der Geschwindigkeit der Zeit, in den Aufgaben des Tages, den Gedanken an Morgen. Deshalb muss ich mich gerade jetzt, in einer Zeit, in der ich wieder mit einigen Pflichten konfrontiert bin, daran erinnern, was wirklich wichtig ist. Der Weg ist das Ziel. Denn wenn wir immer nur für die Wochenenden leben – ‘Ich habe ja das Wochenende um mich zu erholen, um mich mit Freunden zu treffen etc.’, für den Samstag-Abend, den Urlaub, den Sommer… wann leben wir dann eigentlich noch?

Im Moment merke ich selbst, wie schwer es nach einem langen Tag ist, wirklich abzuschalten – und sich nicht in weiterer Arbeit zu vergraben oder vor dem Fernseher oder Laptop zu versacken. Aber manchmal vergessen wir einfach, wie viel besser es uns tut, uns den Dingen und Personen zu widmen, die wir lieben, die uns gut tun. Daher habe ich mir vorgenommen, mich in den kommenden Wintermonaten noch mehr darauf zu besinnen; mich öfter einfach so mit Freunden in Frankfurt zu treffen, oder im Café Klatsch. Feldspaziergänge, Schreiben, lange Telefonate, frische Zimtsterne aus dem Ofen. Denn das ist es, was das Leben lebenswert macht – zumindest in meinen Augen.

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Bag, Blouse – H&M / Shoes – No Name / Pants – Pull&Bear / Top – New Yorker